Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

472 Literaturberichte vergangenes Leben und Handeln mit Hilfe dieser gedanklichen Kontakt­stellen zu begreifen. In 9 Abschnitten und 32 Kapiteln (bei 210 Seiten!) legt Cs. die Ge­schichte der Stadt von der ersten Dauersiedlung im Wiener Raum im 6. Jahrtausend v. Chr. bis zur Eröffnung der UNO-City im Jahre 1979 dar. Zu jedem Kapitel bietet er eine wohldurchdachte Zusammenstellung der weiterführenden Literatur; eine klug ausgewogene „Zeittafel zur Ge­schichte Wiens“, ein Personenregister und ein Orts- und Sachregister geben dem Buch zusätzliches Gewicht. Die Geschichte Wiens von Peter Csendes darf nicht unbeachtet bleiben, wenn es gilt, sich mit dem Werden der Bundeshauptstadt in historisch­kritischer Weise auseinanderzusetzen. Günter Düriegl (Wien) Kurt Klein Daten zur Siedlungsgeschichte der österreichischen Länder bis zum 16. Jahrhundert (Materialien zur Wirtschajts- und Sozialgeschichte 4). Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1980. 304 S. Die Verbindung historischer mit statistischer Forschung hat in Öster­reich eine lange Tradition. Namen wie Karl Czoernig und Karl Theodor von Inama-Sternegg sind mit ihr verbunden. Die Statistik ist aus der modernen Geschichtswissenschaft nicht mehr wegzudenken. Sie liefert dem Historiker quantitative Daten, die das aus erzählenden Quellen, Rechtsquellen und Akten gewonnene Geschichtsbild ergänzen. Von be­sonderer Bedeutung ist sie für die Bevölkerungs- und Sozialgeschichte. Die Bevölkerungsgeschichte, also die Erforschung der Entwicklung der Bevölkerungszahl und Bevölkerungsdichte, hat in den letzten Jahren zunehmend Beachtung gefunden. Kurt Klein, Jurist und Leiter der Abteilung für Sozial- und Wohnungs­statistik am Österreichischen Statistischen Zentralamt, hat sich in letz­ter Zeit mit dieser Forschungsrichtung ausführlichst beschäftigt. Als Grundlage für seine Forschung wählte er das Haus, nicht die Bevöl­kerungszahl, für die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kaum ge­sichertes Datenmaterial erhoben werden kann. Mit dem vorliegenden Werk K’s soll eine andere Arbeit des Autors, in der der Versuch unternommen wird, Häuser und Bevölkerungsstand der österreichischen Bundesländer bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts zurück­zuschätzen (Die Bevölkerung Österreichs vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Beiträge zur Bevölkerungs- und Sozialgeschichte Österreichs, hg. von Heimold Helczmanovszki [Wien 1973] 47—112), fortgesetzt werden. Ziel der Abhandlung ist es, „aufgrund von Urbaren, Musterungslisten und ähnlichen Quellen .. . Angaben über Häu­serzahlen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ zusammenzustel­len und „damit generalisierende Aussagen über Entwicklungstendenzen der Siedlungsgeschichte“ zu ermöglichen. Den Hauptteil der Arbeit bil-

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