Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich
Rezensionen 471 herauf geführte Zeitgeschichte sind in weiten Teilen neu erarbeitet, da hier Vorarbeiten vielfach fehlen. Der vielfältige Wert einer Aufbereitung der landesgeschichtlich relevanten Fakten der letzten Jahrzehnte braucht wohl nicht betont werden. Wenn hier eine Kritik an dieser insgesamt vorbildlichen Geschichte eines Bundeslandes angebracht werden kann, so müßte sie höchstens vermerken, daß Wirtschaft und Kultur — wiewohl immer wieder in die Darstellung hinein verwoben — gegenüber der politischen Geschichte vielleicht allzusehr zurücktreten. Zur allgemeinen Charakterisierung des Buches sei abschließend der den Intentionen der Reihe bestens entsprechende, wirklich „lesbare“ Stil, die klare und übersichtliche Gliederung sowie die geschickte Bebilderung hervorgehoben. Den Verzicht auf den wissenschaftlichen Apparat mag man gerade in Hinblick auf die erwähnte kritische Darstellung bedauern, er entspricht indes den Richtlinien der Reihe. Eine Zeittafel, ein gut ausgewähltes Literaturverzeichnis sowie ein Personen- und Ortsregister runden das Buch ab. B’s Geschichte Vorarlbergs ist jedenfalls ein gelungener Auftakt der neuen Reihe. Für den großen Erfolg des Buches spricht, daß es, soeben (1983) in zweiter Auflage (235 S.) erschienen ist. Robert Gismann (Völs/Tirol) Peter Csendes Geschichte Wiens (Geschichte der österreichischen Bundesländer). Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1981. 210 S., 32 Abb., 3 Pläne. Die Geschichte einer Stadt darzustellen, ist reizvoll und gefahrvoll zugleich. Gefährlich ist die Aufgabe schon dadurch, daß die Beschäftigung mit dem Lokalen als wörtlich verstandener und persönlich empfundener Betroffenheit der Nähe nicht selten ein Zuviel an Emotion einfließen läßt. Gefahrvoll wird ein solches Unterfangen dann, wenn, wie im Falle Wien, „sich zahllose Historiker, Publizisten und Essayisten unter den verschiedensten Blickwinkeln um Geschichte und Wesen der Stadt bemüht“ haben, daß selbst der Fachmann vor einer nahezu unübersehbaren Fülle von Darstellungen steht. Der Autor, Archivar, Forscher, Volksbildner und Universitätslehrer, erlag weder dem Gefährlichen noch Gefahrvollen, er folgte vielmehr dem Reizvollen und reizvoll ist es, ihm zu folgen. (Cs. legt nicht nur ein knapp gefaßtes Handbuch vor — und der Umfang von 210 Seiten ist mehr als knapp, wenn es gilt, die Geschichte Wiens darzustellen —, es gelingt ihm, lesbar, verständlich und klar den Leser zu fesseln, mag er historischer Laie oder Fachmann sein. Gerade letzterer wird es beachtenswert finden, daß es dem Autor bei allem Zwang zum Concisen auch noch gelingt, „die Spuren in der Geschichte der Landschaft zu verfolgen und sichtbar zu machen“, also der Methode der Stadtgeschichte einen zusätzlichen Aspekt abzugewinnen, „um Berührungspunkte zu den Bewohnern des Wiener Raumes in vergangenen Zeiten zu finden“ und