Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

Rezensionen 457 ten ist das Erscheinen des offenbar unter schwierigen Voraussetzungen zustande gekommenen Bandes, dem die beiden noch ausständigen hoffent­lich bald folgen werden, sehr zu begrüßen. Heide Dienst (Wien) Monumenta Rusticorum in Hungária Rebellium anno MDXIV. Maiorem partem collegit Antonius Fekete Nagy. Ediderunt Victor Kenéz et Ladislaus Solymosi atque in volumen redegit Geisa Érszegi (Publicationes Archivi Nationalis Hungarici II. Fontes 12). Akadémiai Kiadó, Budapest 1979, 728 S., 81 Abb. auf XXXVIII Taf. Der große ungarische Bauernkrieg des Jahres 1514 hat vor allem durch die ungeheure Grausamkeit, mit der schon die Aufständischen ihre Ge­fangenen hinrichteten — so wurde der Bischof von Csanád, Nikolaus Csáki, in vollem Ornat gepfählt —, als auch durch die entsetzlichen Mar­tern, denen man nach der Niederwerfung der Bauern deren Führer Georg Székely unterzog, eine traurige Berühmtheit erlangt. Entscheidenden An­teil am Ausbruch dieser bäuerlichen Revolte hatte der ehrgeizige Erz­bischof von Gran, Kardinal Thomas Bakócz, der als päpstlicher Legat im Frühjahr 1514 zu einem Kreuzzug gegen die Türken aufrief. Die von allen Seiten herbeiströmenden Bauern waren bestrebt, sich dadurch aus der leibrechtlichen Abhängigkeit von ihren Grundherren zu lösen. Als der Kreuzzug abgesagt wurde, gerieten die Volksmassen außer Kontrolle und wandten sich gegen den sie unterdrückenden Adel. Unter der Füh­rung des Georg Székely sahen sich die Bauern, die das Kreuz empfan­gen hatten, aber weiter als Kreuzfahrer bzw. Kreuzträger („cruciferi“) und wurden deshalb als Kuruzzen bezeichnet; dieser Name wurde später von der großen Aufstandsbewegung Georg II. Rákóczy übernommen. Nach beträchlichen Erfolgen des Bauernheeres gelang erst dem Wojwoden von Siebenbürgen, Johann Zápolyai, die mit grausamen Mitteln vollzogene Niederwerfung des Aufstandes. Antal Fekete Nagy (1900—1969) hatte eine großangelegte Sammlung der Quellen zum ungarischen Bauernkrieg vorgenommen, die nach seinem Tode im ungarischen Staatsarchiv verwahrt wurde. Aus Anlaß einer Feier, die man zu Ehren des Bauemführers Georg Székely 1972 abhielt, faßte man den Plan, diese Quellen zu edieren. Während G. Barta die nach­gelassene Darstellung des Bauernkrieges von Fekete Nagy bearbeitete und 1973 herausbrachte (Parasztháború 1514-ben. Budapest 1973), nahmen sich Victor Kenéz und Ladislaus Solymosi der Quellen an, die sie durch eigene archivalische Forschungen weiter vermehrten. Der Band enthält Briefe, Urkunden, Mandate und Relationen, aber keine chronikalischen Quellen. Während die einzelnen Quellen jeweils in der Originalsprache zum überwiegenden Teil lateinisch, aber auch deutsch und italienisch wiedergegeben werden, sind der gesamte Kommentar und die Erläuterungen in Latein abgefaßt. Dadurch wird es auch jenen Interes­senten, die der ungarischen Sprache nicht mächtig sind, möglich, nicht

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