Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

450 Literaturberichte bilden neben sprachlich-literarischen Beiträgen, die hier nicht alle genannt werden können, den Schwerpunkt des Bandes. Der berühmte Beitrag zum Karls-Werk Panorama der Handschriftenüberlieferung aus der Zeit Karls des Großen (1965) findet sich hier ebenso wie die Abhandlungen Paläographie und frühmittelalterliche Klassikerüb erlief er ung (1975) und Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolinger zeit (1971); dazu gesellt sich neben dem konzisen Abriß Die karolingische Minus­kel (1965) der reizvolle Überblick Irische Schreiber im Karolingerreich (1977). Eine Reihe von Studien ist den karolingischen Bibliotheken gewidmet. Der 1971 in Spoleto gehaltene Vortrag Die Bibliothek im Dienste der Schule zeigt den Wandel auf, den die karolingischen Biblio­theken mit Rücksicht auf die Anforderungen der Schule im Laufe von zwei Generationen durchmachten. Die Abhandlungen Die Hofbibliothek Karls des Großen (1964) und Die Hofbibliothek unter Ludwig dem From­men (1976) werden durch die hier erstmals veröffentlichte Studie Bü­cher am Hofe Ludwigs des Deutschen und die Privatbibliothek des Kanzlers Grimalt ergänzt. Der Beitrag Die Überlieferung der technischen Literatur (1971) bringt einen höchst informativen Überblick über ein eher vernachlässigtes Gebiet der Fachliteratur. Eine Vorstellung von der Akri­bie, mit der alle diese Beiträge gearbeitet sind, vermittelt das abschlie­ßende Register der zitierten Handschriften, das mehr als 1000 Signatu­ren umfaßt. Eindrucksvoll zeigt sich die fruchtbare Vielseitigkeit des Ge­lehrten, der immer wieder unter neuen Gesichtspunkten Handschriften als Denkmäler kulturellen Lebens betrachtet. Ein Verzeichnis der Veröffent­lichungen B’s seit 1967 (S. 310—313) schließt an die Bibliographie im 2. Band der ausgewählten Aufsätze an. Winfried Stelzer (Wien) Peter Csendes Die Kanzlei Kaiser Heinrichs VI. (österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 151). Verlag der öster­reichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1981. 355 S., 17 Abb. Mit dieser Vorarbeit für die geplante Ausgabe der Urkunden Heinrichs VI. in der Diplomata-Reihe der Monumenta Germaniae historica, die der Vf. besorgen soll, wird die noch offene Lücke in den kritischen Untersu­chungen des Kanzlei- und Urkundenwesens zwischen den beiden ersten Staufern, die mit den Veröffentlichungen von Friedrich Hausmann, Kurt Zeilinger, Josef Riedmann, Walter Koch und Rainer Maria Herkenrath bereits bis 1180 reichen, und Philipp von Schwaben bzw. Otto IV., denen Paul Zinsmaier eine eingehende Studie widmete, weitgehend ge­schlossen. Es hat sich zwar Anton Julius Walter mit seiner 1938 vorgeleg­ten Arbeit bis zu einem gewissen Maß auch mit der Kanzlei Hein­richs VI. beschäftigt, doch ist diese wegen zu geringer Quellengrundlage und auch wegen methodischer Mängel weitgehend als gescheitert zu be­trachten. Die vom Vf. vorgelegte Untersuchung beruht dagegen auf dem

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