Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich
Rezensionen 445 technik (Kap. XXIV, S. 407—418) in den Aufbau des Handbuchs eingefügt. Trotz dieser marginalen Einwände wird L’s Veröffentlichung aber ihrer Aufgabe, über alle Aspekte des italienischen Archivwesens zu orientieren, bestens gerecht. Leopold Auer (Wien) Bernhard Bischoff Die süddeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit. Teil II: Die vorwiegend österreichischen Diözesen. Mit 25 Schriftproben. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1980. XIII, 292 S., 8 Taf. Bernhard Bischoff Mittelalterliche Studien. Ausgewählte Aufsätze zur Schriftkunde und Literaturgeschichte. Band 3. Anton Hiersemann, Stuttgart 1981. 347 S., 27 Taf. Die 1979 erschienene Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters hat sich gerade in ihrer charakteristischen Verbindung von Paläographie und Handschriftenkunde und der starken Betonung der kulturgeschichtlichen Aspekte als Standardwerk bestens bewährt. Nun ist — vierzig Jahre nach dem ersten, den bayerischen Diözesen gewidmeten Band (1940, inzwischen in 3. Auflage 1974) — der lang erwartete 2. Band der Südostdeutschen Schreib schulen erschienen. Und zu den bereits 1966/1967 erschienenen ersten beiden Bänden gesammelter Aufsätze hat sich ein dritter gesellt. Verehrung und Bewunderung gelten dem großen Gelehrten, dem es vergönnt ist, die reiche Ernte der Arbeit eines halben Jahrhunderts in so eindrucksvoller Weise einzubringen. Mit Spannung darf als eine Krönung des Lebenswerkes der in jahrzehntelanger Arbeit vorbereitete, als „Handliste“ apostrophierte Katalog der über die ganze Welt verstreuten frühmittelalterlichen Handschriften und Fragmente erwartet werden. Als „eine Etappe auf dem Wege zu der ,Handliste“ “ (Vorwort S. X) legt der 2. Band der Südostdeutschen Schreibschulen nun das einschlägige Material für die Diözesen Passau, Salzburg und Säben-Brixen vor. Die gesamte erreichbare Überlieferung bis hin zu verschollenen, nur von Auktionskatalogen, Fotos oder Notizen her bekannten Handschriften und Fragmenten wurde erfaßt. Wiederholt konnte eine Reihe von über mehrere Bibliotheken und Sammlungen in verschiedenen Ländern oder gar Kontinenten verstreuten Fragmenten aufgrund des paläographischen Befundes als zusammengehörige Membra disiecta einer einzigen Handschrift agnosziert werden; oft genug mußte erst mühsam die Provenienz ermittelt werden. Mit bewundernswerter Akribie wurden so die erhaltenen Überreste der jeweiligen frühmittelalterlichen Bibliotheksbestände versammelt. Auf dieser Grundlage konnten die einzelnen Schreibschulen herausgearbeitet werden. Der methodisch entscheidende Grundsatz ist dabei die „saubere Trennung von Herkunft (Ursprung) und Provenienz (Besitz)“ (vgl. Vorwort S. IX). In der Diözese Passau ragt als Zentrum hoher Buchkultur das Kloster Mondsee heraus. Im Hochstift Passau ist demgegenüber die sichere Über