Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 35. (1982)

SAPPER, Christian: Die Zahlamtsbücher im Hofkammerarchiv (1542–1825)

422 Christian Sapper 4.4.1. Geheimes Kammerzahlamt der Kaiserinwitwe Elisabeth Christine 1740—1750 44 Bücher, in denen ihr Hof- und Kammerzahlmeister Johann Ignatius Püchler (dann Johann Josef Frauendorfer) über die Gebarung der Geheimen Kammer Rechnung legt. Seine Rechnung wird von der Kaiserinwitwe oder von ihrem OMe Josef Lothar Graf zu Königsegg kontrolliert. Die Kasse ist mit jährlich 30.000 fl. (aus ihrem HZA) do­tiert, die aber nur selten ausreichen. Bei größeren Ausgaben greift die Kaiserinwitwe auf ihre Hauptkasse (HZA) zurück oder widmet der Geheimen Kammer private Ein­künfte, wie etwa Leibgedingherrschaf ten in Böhmen, ihr zugesprochene Gefälle etc. Allgemeiner Aufbau: je ein Buch pro Quartal; Empfang, Ausgabe, Abrechnung und (eingeklebt) die Quittung der einzelnen Geldempfänger. Jede Ausgabe wird mit einer Nummer versehen, die der Nummer der Quittung entspricht. Die Empfänger stellen dem Kammerzahlmeister oft sehr detaillierte Rechnungen aus und bestätigen auf die­sen auch den Empfang. Die quittierten Rechnungen (rund 100 Stück pro Band) zeigen bis ins Detail, was für Anschaffungen etwa für die Garderobe, die Hofmohren etc. ge­macht wurden. Aufstellungsnummern (in Klammern die alten Aufstellungsnummem der NB): Jahr 1740 HZAB Nr. 282-285 (1888-1891) Jahr 1746 HZAB Nr. 306-309 (1912-1915) 1741 286-289 (1892-1895) 1747 310-313 (1916-1919) 1742 290-293 (1896-1899) 1748 314-317 (1920-1923) 1743 294-297 (1900-1903) 1749 318-321 (1924-1927) 1744 298-301 (1904-1907) 1750 322-325 (1928-1931) 1745 302-305 (1908-1911) Inhaltsangabe des HZAB Nr. 282 - Geheime Kammer, 1. Quartal 1740 Empfang: Deputat aus ihrem HZA und andere Einkünfte, zusammen rund 23.000 fl. Ausgabe: Almosen; Trinkgelder für Bediente verschiedener Hofstellen; Messen; Uhr­macher, Hafner; Namenstage; Kostgelder und Spenden; Anschaffungen für die Mohren; Schmuck; Aderlaßgelder und Arztrechnungen; Apotheken; Künstler. Zu­sammen rund 21.000 fl. Quittungen (fol. 7): etwa 85 Stücke. 4.4.2. HZA der Kaiserinwitwe Elisabeth Christine 1741-1748 5 Bücher, in denen ihr Hof- und Kammerzahlmeister Püchler (dann Frauendorfer) über die Kosten der Hofhaltung Rechnung legt. Das Jahresdeputat von 300.000 fl. wurde der Kaiserinwitwe vom Wr. Stadtbanco, dem dafür bestimmte Salzeinnahmen eingeräumt worden waren, bezahlt. Diese Dotation erscheint daher in den KZABB nicht auf. Zu dieser Dotation kamen noch Naturaliendeputate (ausländische Weine, Möblierung etc.), die vom KZA oft durch Bargeld abgelöst wurden. Weiters erhielt Elisabeth Chri­stine zur Aufbesserung ihrer Hofkasse die Zinsen verschiedener Kapitalien, die beim Stadtbanco angelegt waren. Dieses HZA speiste auch die Geheime Kasse der Kaiserinwitwe sowie ihre Futter­amtskasse (vgl. Abschnitte 4.4.1. und 4.4.3.) Allgemeiner Aufbau: jahresweiser Empfang, Ausgaben in chronologischer Ordnung und Schlußabrechnung. Die Jahrgänge 1742, 1743, 1747, 1749 und 1750 fehlen. Aufstellungsnummern (in Klammem die alten Nummern der NB): Jahr 1741 HZAB Nr. 326 (1932) Jahr 1746 HZAB Nr. 329 (1935) 1744 327 (1933) 1748 330 (1936) 1745 328 (1934) Inhaltsangabe des HZAB Nr. 326 - Hofzahlamt der Kaiserinwitwe 1741 Empfang: Deputat und andere Einkünfte. Zusammen rund 350.000 fl. Ausgaben: Besoldungen und Kostgelder für ihren Hofstaat mit OMeA, OKäA, Predi­ger, Medici etc.; Küchen-, Keller- und Lichtauslagen; Leibgarden; Stallmeisteramt;

Next

/
Oldalképek
Tartalom