Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 33. (1980)

HAUPT, Herbert: Kultur- und kunstgeschichtliche Nachrichten vom Wiener Hofe Erzherzog Leopold Wilhelms in den Jahren 1646–1654

Kultur- und kunstgeschichtliche Nachrichten 1646-1654 351 arbeith . . . von mir paar bezalt worden fl. 150. — HZB 247 fol. 104 v 26 No. 234. Herrn Franz Leux, khay. cammermaller, habe ich lauth gschäfft . . . die ihme ausstendigen sechß und zwainzig gulden, so dan die neu gnedig angeschafften ainhundert unnd funffzig gulden, weegen eines erzherzoglichen contrafeths, so herrn Pälffy verehrt worden, zusamben . .. paar eingehendiget fl. 176. — HZB 247 fol. 110 r 1650 27 No. 17. 28 No. 169. 29 No. 186. 30 No. 193. 31 No. 205. Denn 13 May 1650 erlegte ich . . . dem herrn Everharden Wassen- bergio17), erzh. bibliothecario unnd hystoriographo, die ihme auß g. unnd auch wegen deß ihrer hochfür. dhr. gehorsamb dedicirten theatri gloriae ... fl. 750. - HZB 248 fol. 28 r Herrn Georg Moser, khay. notisten, hab ich . . . ihme wegen geschrib- nen musieallischen khirchen büecher . . . entricht fl. 15Ő. - HZB 248 fol. 84 v Caspar Dölla18) khay. hoffmaller hat von mir umb verrichte maller arbeit . . . bekhomben 390 fl. 30 kr. (de anno 1644). - HZB 248 fol. 89 r-90 r Wolff gangen Goggl19), khayserlicher hoff- unnd zeug plattner alhier, wurden umb dargebne und verrichte arbeith zum turnier . . . zue- gestelt 468 fl. 36 kr. (NB. ab anno 1644, wegen für ihre hochfür. dht. und andere in der verzaichnus specificierte cavaglieri gemachten thurnier rüstungen.) - HZB 248 fol. 92 r Dem Andre Speckhl20) khayserlichen cammerdräxler habe ich sein 17) Der Hofhistoriograph des Königs Wladislaw IV. von Polen. Er dedizierte Kaiser Ferdinand 111. 1646 seinen „Florus Germanicus“, eine Schilderung der Ereignisse des 30jährigen Krieges bis 1637, und erhielt dafür 600 fl. zur Rekompens. Vgl. Anna Co- reth Österreichische Geschichtsschreibung in der Barockzeit (1620-1740) (Veröffent­lichungen der Kommission für neuere Geschichte Österreichs 37, 1950) 85; Haupt Einleitung XIV und dann passim; Lhotsky 339; A. Mayr-Deisinger Eberhard Wassenberg, in ADB 41 (1896) 233-234. 18) Der aus Benediktbeuern stammende Maler heiratete 1616 in St. Stephan die Tochter des Wiener Zinngießermeisters Hans Sichart. Er wurde in Wien ansässig und erhielt 1617 das Bürgerrecht. 1627 malte Deila für die Ratsstube des Wiener Stadtrates ein Bildnis Kaiser Ferdinands II., das einzige bis jetzt bekannte erhaltene Werk des Künstlers. Kaiser Ferdinand III. nahm Caspar Deila mit dem Titel eines Kammerma­lers in den Hofdienst auf. Seine Tätigkeiten, für die er von der Hofkammer immer wie­der ansehnliche Beträge erhielt, umfaßten neben der Portraitmalerei auch recht „pro­fane“ Dinge, wie die Anfertigung von Wappen und das Bemalen von Hirschköpfen. Caspar Deila starb am 9. März 1661 im Alter von 78 Jahren in seinem Hause am Kohlmarkt. Vgl. Gugitz 125; Haupt Einleitung VIII und dann passim; Hajdecki passim, besonders nn. 6557 und 10.683; Lhotsky 320, 346, 355; Mares 344; Schla­ger 726/; Thieme-Becker 9 24 (zu ergänzen). 19) Über seine Person ist so gut wie nichts bekannt. Er findet sich in veränderter Namensform (Zogl) noch einmal 1654 mit dem Titel eines Hofplattners in den Akten der Hoffinanz des HKA, wo er für Plattnerarbeiten aus Anlaß eines Turnieres bezahlt wird. In der Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums haben sich von Wolf­gang Gogl (auch Gagl) gearbeitete Hamischteile erhalten. Vgl. Haupt n. 779. 20) Die vorliegende Nachricht ist die bis jetzt früheste Erwähnung des Künstlers. Speckhl ist 1652 noch einmal mit einer Zahlung für im Auftrag Erzherzog Leopold Wilhelms verfertigte Drechslerarbeiten nachzuweisen. 1654 stellte er 24 Leuchter für Windlichter her und erhielt dafür 6 fl. 30 kr. Seine Hoftitel waren die eines kaiserli­

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