Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 31. (1978) - Festschrift für Richard Blaas

Otto F. WINTER: Die italienische Kriegsarchivdelegation nach dem Ersten Weltkrieg

450 Otto F. Winter Schränkungen in Kauf nehmen31). Ein eindrucksvolles Zeugnis für die inter­nationale Wertschätzung der Arbeit des wissenschaftlichen Personals des Kriegsarchivs und für den Abbau des Spannungsverhältnisses zwischen Österreich und Italien ist der im Wege der Archivdelegation vorgebrachte Wunsch, das Werk Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914—1918 in italieni­scher Sprache herauszubringen, dem auch stattgegeben wurde32). Zusammenfassend kann also die Feststellung getroffen werden, daß der In­stitution der Archivdelegierten im Kriegsarchiv - die von Seite Ungarns bis in die Gegenwart weiterbesteht - eine wichtige Rolle in den Auseinanderset­zungen um das archivalische Erbe der Doppelmonarchie zugekommen ist. Sie war eine brauchbare Alternative zu der ursprünglich beabsichtigten Zerrei­ßung oder Internationalisierung und hat so viel dazu beigetragen, daß das Kriegsarchiv als im wesentlichen intaktes militärhistorisches Dokumen­tationszentrum von europäischem Rang für Österreich erhalten blieb. Auf der anderen Seite konnten auf diesem Wege viele berechtigte Anliegen der Nachfolgestaaten in befriedigender Weise erfüllt werden. 31) Ebenda ZI. 152/1929, 976/1930 (Evidenthaltung des fremdländischen Personals); Kiszling Beitrag 39. 32) Registratur des Kriegsarchivs ZI. 2921/1933, 6202/1934, 26/1936. - Inventar des Kriegsarchivs 2 119 Anm. 4. - Das Werk L’ultima Guerra deU’Austria-Ungheria 1914-1918 (Roma 1934) Band 1-4, ist - als Spende Italiens - unter Signatur I 51390 in der Bibliothek des Kriegsarchivs vorhanden.

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