Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

HLAVAC, Franz: Die Armeereorganisation der Jahre 1881–1883 in der Donaumonarchie

Armeereorganisation 1881—1883 263 durch „Territorialkommanden“ zu ersetzen sei. Der Kaiser führte ziemlich energisch die Diskussion und lehnte zahlreiche Änderungsanträge Erz­herzog Albrechts kurzweg ab. Es wurden fast nur stilistische Änderungen, Reihungen und Kürzungen vorgenommen. Am 11. und 12. Oktober kamen die Brigadekommanden, Infanterie, Jäger­truppe und Ergänzungsbezirkskommanden zur Sprache98 99 100). Am 12. und 13. Oktober folgte die Diskussion über Artilleriestab, Feld- und Festungs­artillerie, Geniestab, Traintruppe, Militärintendanz und Militärintendan­tur "). Dabei kam die von Albrecht gewünschte Präzisierung der Stellung des General-Artillerieinspektors zur Sprache, wobei Erzherzog Wilhelm zusätzlich noch wünschte, daß Gutachten des technischen und administra­tiven Militärkomitees auf dem Wege über die Waffeninspektoren an das Reichskriegsministerium gehen sollten, damit diese ihre Ansicht noch vor der Entscheidung äußern könnten. Als daraufhin Bylandt erklärte, diese Anträge seien ihm bisher nicht bekannt gewesen und er müsse erst prü­fen, ob sie sich nicht störend auf den Geschäftsgang auswirkten, befahl der Kaiser, daß ihm der Vorschlag schriftlich zur Erwägung und Bericht­erstattung zugestellt werde, was dann am 14. Oktober geschah 10°). Die übrigen Anträge Albrechts verfielen der Ablehnung. Am 13. und 14. Oktober wurden die Besprechungen mit der Inspizierungs­vorschrift abgeschlossen101). Dabei wurden die Wünsche Erzherzog Al­brechts in größerem Maße berücksichtigt als bei den anderen Vorschriften. Das für unseren Zusammenhang wichtigste Moment der XVII. Delega­tionssession, die vom 25. Oktober bis 18. November in Budapest statt­fand 102), waren die Debatten über die neue Einteilung der Armee und damit die finanzielle Sicherung der Reform. Am 3. November besprach Bylandt im Budgetausschuß der Delegation des Reichsrates den neuen Organisationsplan und erklärte sich bereit, die ge­stellten Fragen zu beantworten; er müsse jedoch seine Mitteilungen 98) KA MKSM 38-3/31 ex 1882. 99) KA MKSM 38-3/33 ex 1882. 100) KA KM Präs 45-16/72 (Orig.); MKSM 38-3/14 ex 1882 (Konz.). '01) KA MKSM 38-3/34 ex 1882. 102) Uber die Verhandlungen der Delegationen werden wir unterschiedlich unterrichtet. Den Fortgang der Verhandlungen in der Delegation des österreichi­schen Keichsrates kann man fast lückenlos verfolgen, während das Aktenma­terial über die Delegation des ungarischen Reichstages sehr bruchstückhaft ist. Nach Auskunft von Herrn Amtsdirektor Nemeth im HHStA wurden die Proto­kolle der Delegation des Reichstages mit derzeit unbekanntem Aufenthaltsort abgegeben. Im HHStA existieren in PA I 568 ein lückenhaftes Konvolut. Delega­tionsakten, ferner der Fasz. Delegationen des österreichischen Reichsrats, Präsi­dialakten 14, der ungefähr die Bestände enthält, die in den Stenographischen Sitzungsprotokollen der Delegation des Reichsrates abgedruckt sind, sowie in demselben Bestand ein aus Zeitungsartikeln zusammengestellter Band Budget­ausschuß 74.

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