Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

HLAVAC, Franz: Die Armeereorganisation der Jahre 1881–1883 in der Donaumonarchie

Armeereorganisation 1881—1883 251 1882 die Sanktion 38). In der 2. Abteilung waren bereits am 11. Jänner die Möglichkeiten für einen Standesausgleich erörtert worden 39): Wenn es sich darum handeln würde, einen Ausgleich bei konstant bleibender Organisation des Heeres zu bewirken, so könnte dieser dadurch erzielt werden, daß zwei Infanterieregimenter mit ihrer regelmäßigen Ergänzung aus der jen­seitigen in die diesseitige Reichshälfte verlegt und die Rekrutenquoten der Sanitätstruppe und der Verpflegsbranche zu Gunsten der jenseitigen Reichs­hälfte zusammen um ca. 50 Mann erhöht würden. Da jedoch die Reorganisations­verhandlungen so weit fortgeschritten seien, erscheine es notwendig, nur eine Ausnahmeregelung für 1882 zu machen und im übrigen durch baldige Reform Abhilfe zu schaffen. Eine Regelung der Standes- und Ergänzungsbezirksverhältnisse könne nur durch Änderung der Ergänzungsbezirkseinteilung und Übertragung bisher ungarischer Truppenkörper ihren Ausdruck finden, sollte nicht eine der Mobili­sierung nachteilige Verwirrung der Verhältnisse eintreten. Müsse man aber zu einer neuen Ergänzungsbezirkseinteilung schreiten, lasse sich dies leichter bei Projekt C — Regimenter zu 4 Bataillonen — bewerkstelligen als für größere Regimenter. Die Ausgleichung der Standesverhältnisse solle man daher mit der baldigen Durchführung der Reform durchführen. * Auf den am 16. April erstatteten Bericht des Komitees gestützt, entschied sich der Reichskriegsminister nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für das Projekt C. Die Marginalbemerkungen auf einem Auszug des Komitee­berichts zeugen schriftlich von dieser Entscheidung Bylandts40). Da das Projekt C, wie bereits erwähnt, schon im August 1881 entstanden war, schien eine Umarbeitung unumgänglich. Mittlerweile waren die de­finitiven Resultate der Volkszählung bekannt, und im Okkupationsgebiet hatte sich die Lage entschieden verändert. Auch waren die damaligen Standesberechnungen eher allgemein gehalten, sie mußten daher präzi­siert werden. Am 11. Mai erteilte daher Bylandt der 5. Abteilung den Auf­trag, das Projekt C zu modifizieren und einen Vortrag nach seinen Wei­sungen auszuarbeiten41). Dieses in knapp zehn Tagen ausgearbeitete Elaborat wurde im Beisein der Mitglieder des Komitees, des Chefs der ökonomischen Sektion Gl Lambert und des Chefs des Präsidialbüros unter Vorsitz von Sektionschef Vlasits am 22. Mai kommissioneil verlesen 42). * * * * * s8) Parlamentsarchiv HH Karton 26 B, Fach 786 mit Protokoll der politi­schen Kommission, AH Karton 26 B, Fach 1355. 3») KA KM 2. Abt. 21-2/5 ex 1882. ■*0) KA KM Präs 45-16/1 ex 1882. Beachtenswert ist die Bemerkung zu Punkt 1: „Entscheide ich mich für Projekt Variante (durchgestrichen) C mit nötigen Amandement 102 Regimenter“. Bylandt dürfte erst nach mehrmaligen Überlegungen und Bearbeitungen (Schriftunterschiede) das Projekt C vorge- zogen haben. «) KA KM Präs 45-16/2 ex 1882. «) KA KM Präs 45-16/1 (Konzept) ex 1882.

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