Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
SAUER, Manfred: Zur Reform der österreichischen Levante-Konsulate im Vormärz
228 Manfred Sauer versetzt worden, als seine Gegensätze zu dem Fürsten Milosch nicht mehr zu überbrücken waren. Mihanovich erhielt auch das Amt in Saloniki verliehen, im Dezember 1839 traf er an seinem Dienstort ein 134). Die Vorfälle im Generalkonsulat Smyrna zwangen Mihanovich 1846 zu einem raschen Aufbruch aus Saloniki. Der Konsul übergab die Amtsführung an den Kanzler Dubravich, reiste nach Konstantinopel, um mit Hofrat Geringer, dem Generalinspektor der Levante-Konsulate, die notwendigen Maßnahmen zu beraten, und begab sich sodann an seinen neuen Dienstort135). Durch kaiserliche Entschließung vom 10. Juli 1847 erfolgte ein Revirement bei drei Levante-Konsulaten: Mihanovich erhielt den Posten in Smyrna verliehen, an seine Stelle in Saloniki trat der Konsul in Trapezunt, Demeter Athanascovich, dessen Position an Rudolf Gödel, den Kanzler des Generalkonsulates Alexandria, verliehen wurde136). Athanascovich erhielt noch den Auftrag, Neuordnungspläne für den Bezirk Mazedonien vorzulegen, auch an eine Systemisierung der Kanzlerstelle beim Konsulat Saloniki war gedacht, aber im Vormärz gelangte keine dieser Maßnahmen mehr zur Ausführung. VIII Der Konsularbezirk Zypern schloß außer der Insel noch einen Abschnitt der Festlandsküste Kleinasiens ein, bevor das Gebiet von Tarsus und Adana an Mehmed Ali verliehen wurde. Ab diesem Zeitpunkt blieb der Wirkungskreis des dirigierenden Amtes in Larnaca auf die Insel beschränkt. Für den österreichischen Handel waren auf Cypern kaum Anreize gegeben, da wegen der Armut der Bevölkerung die Einfuhr nur geringen Anreiz bot, und auch die Ausfuhrgüter blieben von geringer Bedeutung. Die Häfen dienten zwar als Umschlagplatz für den Verkehr mit Syrien, wurden aber von einem Teil der Schiffe nur zur Aufnahme von Lebensmitteln und Wasser angelaufen 187). Das Vizekonsulat in Larnaca wurde 1813/14 mit Antonio Caprara besetzt, dieser suchte 1841 um Besoldung an und erhielt einen jährlichen Beitrag von 600 fl. bewilligt188). Außer dem Vizekonsul scheinen noch Konsularagenten in Limassol und in Paphos auf. Im Sommer 1833 brach unter den Einwohnern Zyperns ein Aufstand aus, bei dessen Unterdrückung Apostolo Fetcovich, der österreichische Konsularagent in Paphos, erschossen wurde. Der Internuntius forderte von 134) Ebenda 1839/3310; 1840/654. 135) Ebenda 1846/5385 und 5803. is«) Ebenda 1847/6074. is?) HKA Kommerz 5 1823/13, Juli, iss) FA Kommerz 11 1841/1104 und 1514.