Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
SAUER, Manfred: Zur Reform der österreichischen Levante-Konsulate im Vormärz
Levante-Konsulate im Vormärz 227 Santorin auf. Die 1830 bestehenden Ämter in Griechenland wurden in diesem Jahr aus dem Verband der Levante-Konsulate gelöst und 1834 der Gesandtschaft in Athen untergeordnet. Die österreichischen Konsulate in Epirus wurden schon während des griechischen Freiheitskampfes vom Generalkonsulat Korfu geleitet, eine Regelung, die in der Praxis auch nach dem Entstehen des griechischen Staates beibehalten wurde. Das Gebiet besaß für Österreich wirtschaftlich nur geringe Bedeutung, die politischen Aufgaben konnten von den unbesoldeten Agenten ohnehin nicht wahrgenommen werden. Um eine entsprechende Vertretung Österreichs in dem unruhigen Gebiet zu gewährleisten, stellte Prokesch den Antrag, einen k. k. Beamten in J a n i n a als Vizekonsul aufzustellen, 1847 wurde der Posten genehmigt und mit Johann von Hahn besetzt. Der Vizekonsul wurde direkt dem Gubernium und dem Internuntius unterstellt, hatte aber auch politische Berichte an die Gesandtschaft in Athen zu erstatten 130). Der Konsularbezirk Mazedonien grenzte im Osten an die Maritza, im Süden an Griechenland, im Westen an Albanien und im Norden an Serbien; diese Linien waren aber derart verschwommen, daß die Hofkammer 1832 festlegen mußte, daß das Gebiet Bitola ebenfalls zum Wirkungskreis des Konsulates zählte 131). Neben dem Hauptamt in Saloniki waren noch Konsularagentien in Cavalia und in Seres eingerichtet, im Landesinneren bestanden keine Vertretungen, solange Österreichs Interessen auf den Seehandel ausgerichtet waren. Das Hauptamt in Saloniki leitete etwa ab 1814 Peter von Choch, Mitte 1827 übernahm Conte Ceccopieri das Amt, und blieb, obwohl nur provisorisch ernannt, bis zu seinem Tod im November 1830 in Saloniki. Da der Internuntius dem Kanzler Piazza die Geschäftsführung nicht für längere Zeit anvertrauen wollte, sandte er 1831 den Dolmetschgehilfen Wilhelm von Chabert nach Saloniki, der das Amt bis zu seiner Versetzung nach Smyrna im Jahre 1836 leitete132). Dann wurde der Posten in Saloniki provisorisch mit dem Gubernialkonzipisten Carl von Steinsberg besetzt, durch kaiserliche Entschließumg vom 27. Februar 1838 erhielt Steinsberg das Amt definitiv verliehen 133). Der Konsul reiste 1839 auf der Donau zu einem Urlaub nach Österreich, das Schiff kenterte und Steinsberg blieb verschollen. Da am Tod des Konsuls nicht gezweifelt werden konnte, entschied sich die Hofkammer zu einer Neubesetzung und schlug Anton von Mihanovich zum Konsul in Saloniki vor. Dieser Beamte hatte das Konsulat in Belgrad geleitet, war aber abgezogen und in den Ruhestand 130) FA Präs. 1847/4025. isi) Ebenda 1832/3128. 132) fa Kommerz 17 1831/57, November und 1832/213, März; Chabert wurde durch kaiserliche Entschließung 1832 Jänner 22 zum wirklichen Konsul in Saloniki ernannt. iss) FA Präs. 1836/2830; 1838/1061. 15*