Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky

WAGNER, Walter: Archiv und Registratur der Akademie der bildenden Künste in Wien

Archiv und Registratur der Akademie der bildenden Künste in Wien 41 muß“ 10 11). Er erhielt die Schriftstücke nur „gegen beliebige Zurückstel­lung“ u). Bald danach sandte Cobenzl das Original des Anstellungsde­kretes für den verstorbenen Präses Freiherrn von Sperges zur Ver­wahrung an der Akademie durch den Sekretärsadjunkten Weinkopf 12). In der Diskussion über die neuen Statuten im Jahre 1800 tauchte zwar der Vorschlag zur Bestellung eines eigenen Aktuars auf13), ja die Pro­fessoren Zauner und Füger wünschten sogar einen eigenen Artikel über das Archiv, wo das gesamte Schriftgut der Akademie unter Oberaufsicht des Präses in einer ordentlichen Registratur aufbewahrt werden und dem Rat zur Einsicht zur Verfügung stehen solle I4), aber die am 21. November 1800 vom Kaiser genehmigten Statuten enthielten dann doch bloß im Artikel XXXVII über die Obliegenheiten des Sekretärs die Bestimmung, daß dieser die Akten des Rats verwahre 15). Bereits im Februar des folgenden Jahres wurde jedoch angeregt, mit dem Amte eines Kustos der akademischen Bibliothek und Kupferstich­sammlung dasjenige eines Archivars zu verbinden16). Zunächst wollte man die Einrichtung des Archivs den „besseren Kenntnißen“ des Archi­vars überlassen, raffte sich dann aber doch zu einer genaueren Umschrei­bung auf (Punkt 8): „Nebst den Büchern und Kupferstichen, wird der Custos auch die akade­mischen Registraturs Acten, nach den Weisungen des beständigen Secretärs als eigentlichen Acten Verwahrer in ordnung halten, das repertorium darüber führen, dem Secretär oder dem Präses die priora die sie begehren nach deren Vormerkung aushändigen, auch besorgen das selbe nach damit gemachten gebrauch widrum reponiret werden. Ausser dem Secretär und dem Präses sind niehmandem acta auszufolgen“ 17), Diese Instruktion wurde am 31. August 1801 ausgefertigt18) und Hans Rudolf Fuessli trat das Amt an. Der Sekretariatsadjunkt Anton Weinkopf, der bisher das Archiv be­treut hatte, übergab über Auftrag am 3. August die „Registratur-Sachen“ mit einem summarischen Verzeichnis, welches immerhin bereits 42 Faszikel erwähnt19), darunter „Akademiesachen“ nach Jahrgängen 23 Faszikel, Professionisten betreffend 4 Faszikel, Fabrikantenschule 1 Fas­zikel, Registratursachen 1 Faszikel, ältere Akten 4 Faszikel. Sehr be­zeichnend für die damaligen Zustände in der Registratur und im Archiv 10) Akten 1796 fol. 90. 11) Ebenda fol. 96. 12) Ebenda fol. 161. 13) Akten 1800 fol. 36. ii) Ebenda fol. 79 f. is) Abgedruckt bei Lützow Geschichte 58 ff. 10) Akten 1801 fol. 54 ff. 11) Ebenda fol. 53, 62. 16) Ratsprotokolle 1801 fol. 15. io) Akten 1801 fol. 317.

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