Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky

WANDRUSZKA, Adam: Anton Steindl Ritter von Plessenet. Ein österreichischer Diplomat in der Levante

Anton Steindl Ritter von Plessenet Ein österreichischer Diplomat in der Levante Von Adam Wandruszka (Wien) Festschriften verbinden ihrem Wesen nach das wissenschaftliche mit dem persönlichen Element menschlicher Beziehung, und so sei es mir ge­stattet, im Hinblick auf eine nun fast vierzigjährige, in meinem ersten Studienjahr 1932/33 an der Wiener Universität nach einer Vorlesung von Wilhelm Bauer im Hörsaal 34 begründete Bekanntschaft mit dem ver­ehrten Jubilar, in meinem bescheidenen Beitrag eines österreichischen Beamten und Diplomaten zu gedenken, der zwar schon in jungen Jahren an entscheidender Stelle am politischen Geschehen mitwirken konnte, der mir aber persönlich zunächst vor allem durch die Tatsache verbunden ist, daß er der Großvater meiner Mutter war: der Internuntiaturs-Dolmetsch in Konstantinopel und spätere österreichische Generalkonsul in Smyrna Anton Steindl Ritter von Plessenet *). Die Steindl von Plessenet (ursprüngliche Schreibung meist „Staindl von Plessenedt“, später auch „Plesseneth“) stammten aus dem Salzkammer­gut und zwar vermutlich aus der Gegend von Aussee. Hans Christoph Steindl von Plessenet, der zeitweise im Dienste des Erzherzogs Leopold Wilhelm stand, erwarb in den Fünfzigerjahren des 17. Jahrhunderts die Herrschaft Litzlberg am Attersee und wurde am 7. April 1655 in den jüngeren Ritterstand des Erzherzogtums Österreich ob der Enns aufge­nommen; aber schon drei Jahre später, am 13. Januar 1658, wurde er von den Ständen wieder von den Beratungen suspendiert, weil er als „zu Hungarn und Böheimb Khöniglicher Mayestät bestellter Forstmeister zu Enns und Steyr“ in einer an den Landeshauptmann gerichteten Auf­forderung zur Publikation landesfürstlicher Patente über den Wildbann !) Als wichtigste Quellen dienten mir die in meinem Besitz befindlichen Familienpapiere und Dokumente, die von meiner Mutter in der letzten Zeit vor ihrem Tod (14. Dezember 1965) auf ein Tonband gesprochenen, leider unvoll­endet gebliebenen Erinnerungen sowie der Personalakt Anton Steindls im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien Administrative Registratur F 4/328 (im folg. zit. PSt). Herrn Dr. Manfred Sauer, der mich im Zusammenhang mit seiner bisher ungedruckten Dissertation Österreich und die Levante 1814—1838 (Wien 1971) zuerst auf die Mission Steindls im Libanon und ihre Bedeutung auf­merksam machte, habe ich für zahlreiche Hinweise zu danken. Mitteilungen, Band 25 29

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