Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)
NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg
536 Literaturberichte (1961 ff). Das monumentalste Werk über Linz, der große Tafelband von Justus Schmidt, Linz in alten Ansichten, wurde nicht genannt. Ob dies auch mit der Drosselung der Kunstgeschichte auf speziellen Wunsch des Verlages zusammenhängt? Für Wien sind ältere Arbeiten über alte Ansichten genannt, nicht aber das in der gleichen Reihe erschienene Werk von Alfred May. Seit Jahren hat die Fachwelt auf diesen Band gewartet. Es ist anzunehmen, daß er wirklich fast alle Wünsche erfüllen wird, die man an ein derartiges Kompendium stellen kann. Es entstand ein handlicher Wegbegleiter für alle Fahrten, der ja doch hin und wieder auch die kunstgeschichtlichen Details eines Dehio nicht ganz vernachlässigt. Durch das bewundernswerte Literaturverzeichnis, durch die saubere Arbeit der Register ist tatsächlich ein Handbuch entstanden, das man auch bei wissenschaftlicher Arbeit nicht wird missen wollen. Für Niederösterreich ersetzt es die fehlende Bibliographie und führt wenigstens in Kurzform die vor Jahrzehnten beim Buchstaben P steckengebliebene Topographie weiter, für das Burgenland ergänzt es die in zwei Bänden längst begonnene bezirksweise topographische Erfassung zu einer ersten Gesamtschau, für Oberösterreich kann es allerdings wegen umfangmäßiger Beschränkung nur Vorstufe zu solch einem dringend erforderlichen Werk sein. Zusammenfassend sei der Klappentext bestätigt: Für manche „Orte, Flecken, Burgen, Klöster, Geschichtsdenkmäler und Schauplätze bemerkenswerter historischer Ereignisse“, auch für Pässe und Einzellandschaften, für vorgeschichtliche Plätze und Fundorte sind hier aus der Feder berufener Fachleute Beschreibungen entstanden, für die wohl alle Benüt- zer dem Herausgeber, den Mitarbeitern und nicht zuletzt dem Verlag dankbar sind. Georg W a c h a (Linz) Fritz Ramjoué, Die Eigentumsverhältnisse an den drei Aachener Reichskleinodien. W. Kohlhammer Verlag, Köln 1968. 183 S., 4 S. Abb. Im Jahre 1968 erschien R.s Buch über die Aachener Reichskleinodien und wurde alsbald von der Presse zur Sensation gestempelt, der Vf. zum Herold neuer Forderungen Aachens um die Rückgabe der Kleinodien gemacht. Dieses Schicksal haben Buch und Autor nicht verdient, denn hier hat ein gewissenhafter Rechtshistoriker eine wissenschaftliche Untersuchung geführt und deren Ergebnisse ohne Polemik publiziert, wenn er auch eine Tendenz zugunsten Aachens nicht verbergen kann. Der Anlaß zur Fragestellung ist immerhin die Behauptung des Domkapitels des Marienstiftes zu Aachen, drei der „Reichskleinodien“ in der Wiener Schatzkammer seien niemals Reichseigentum gewesen, sondern nach wie vor Schatzstücke des alten deutschen Krönungsstiftes; sie befänden sich demnach zu Unrecht in Wien und müßten rechtens nach Aachen zurückgestellt werden. Es handelt sich um das Reichs- oder Krönungsevangeliar, die Stephansbursa und den sogenannten Säbel Karls des Großen. R. prüft zunächst die Quellen zur Herkunft und zum Charakter der Aachener Kleinodien. Ihr Alter ist nur kunsthistorisch zu bestimmen: um