Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

Rezensionen 507 te im Deutschen Reich der Regierung Fesseln an. Überhaupt täuschte die Tradition der Vorkriegssozialdemokratie mit ihrem Kult von Wahl und Wahlsieg die Regierung über die tatsächlichen Machtverhältnisse. Der Hauptfehler der Sozialdemokratie war nach M. jedoch das Unvermögen, den Gegensatz zwischen Nationalversammlung und Rätebewegung zu überwinden. So war die Parteiführung an der zunehmenden Radikalisie­rung selbst schuld. Die Edition enthält ein Sprecher- und Teilnehmerverzeichnis der Pro­tokolle, ein Verzeichnis der Verordnungen und ein hervorragendes Lite­raturverzeichnis. Die Auswahl enthält auch Materialien aus der DDR. Die Dokumente setzen mit 9. November ein und umfassen — über die Ereignisse in Berlin und in der Reichskanzlei — auch Beratungen über die Waffenstillstandsverhandlungen, Proklamationen usw. Wesent­liche Etappen bilden die Reichskonferenz vom 25. November und der Rä­tekongreß vom 16. bis 20. Dezember 1918, dem bald mit dem Ausscheiden der Unabhängigen auch der Bruch der sozialistischen Koalition folgte. Viel Raum nehmen die Vorbereitungen für Weimar ein, das allerdings erst am 20. Jänner als Sitzungsort für die Nationalversammlung feststeht. Daneben spielen die Ernährungslage und die Gestaltung der außenpoliti­schen Situation eine bedeutende Rolle. Mehr nur am Rand erscheinen die blutigen Verbrechen an Luxemburg und Liebknecht. Auch über den Stand der Anschlußfrage findet der Historiker hinreichendes Material in den vorgelegten Quellen. Die Kommentierung ist vorzüglich und wird durch das ausgezeichnete Register ergänzt. Bearbeiter und Herausgeber haben sich damit den Dank der künftigen Forscher für lange Zeit gesichert. Rudolf Neck (Wien) Allgemeine, politische und Kirchengeschichte Repetitorium der deutschen Geschichte. Hg. von Eberhard B ü s s e m und Michael N e h e r. Mittelalter (3.—15. Jahrhundert), Teil 1: Repetitorium. Verlag Aka­demische Buchhandlung GmbH, erweiterte Neuausgabe München 1969. 169 S., Karten und Stammtafeln. — Neuzeit 1 (16.—18. Jahrhundert), Teil 1: Repe­titorium. Ebenda 1970. 189 S., Karten und Stammtafeln. Repetitorien als Hilfsmittel für Studenten sind immer begrüßenswert. Zur Wiederholung, zur eigenen Fragestellung bestens geeignet, sollten sie vor den entscheidenden Prüfungen herangezogen werden. In Mün­chen haben sich einige Studenten zusammengefunden, um, vorerst für den eigenen Gebrauch, dann für die Allgemeinheit, ein solches „Wieder­holungsbuch“ zusammenzustellen. Mittelalter und Neuzeit 1 liegen als Repetitorien vor; zu beiden Komplexen ist jeweils noch ein Quellenband in Aussicht genommen, während Neuzeit 2, die Zeitspanne des 19. Jahr­hunderts bis 1919 umfassend, in beiden Teilen noch im Erscheinen ist. Der Mittelalter-Band liegt schon in der zweiten Auflage auf, und den­

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