Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

THOMAS, Christiane: Kampf um die Weidenburg. Habsburg, Cilli und Görz 1440–1445

20 Christiane Thomas venedigfreundliche Gesinnung der Fünfziger) ahrells) auf das vorange­gangene Jahrzehnt transponiert114 115 * 117 *). Besser gerechtfertigt ist es, in ihr eine Anhängerin Friedrichs IV. zu sehenlls). Möglicherweise teilte sie die fridericianische Parteinahme ihres Bruders Ladislaus Gara. Die ma­thematische Gleichung Venutis — wenn Katharina zu Friedrich neigt, dann Heinrich zu Venedig — ist zu einfach und übersieht, wie tief ver­ankert dessen Beziehung zu den Cilliern ist. Friedrich IV. und Venedig mochten diese Heirat begrüßenlle), da eine Schwächung der cillischen Grafen zu erhoffen war. Die wahrscheinlichste Prämisse für das Verhal­ten der einzelnen Beteiligten untereinander ist aber sicherlich Mißtrauen, wenn nicht Feindseligkeit Friedrichs und Ulrichs von Cilli gegenüber der neuen Gräfin: Ihre Existenz allein hat ihre festgefügten Erbfolgepläne ins Wanken gebracht. Sie hatten sich auf eine andere Taktik als die des Abwartens umzustellen, während König Friedrich in dieser Änderung Vorteile erblicken konnte. So wollen wir bei dem eben skizzierten Schema von Neigung und Abneigung bleiben — Heinrich auf die Cillier gestützt, die seiner Frau nicht wohlwollend gegenüberstehen, und Katharina viel­leicht schon aus Opposition zu den mächtigen Bundesgenossen ihres Gat­ten eher zu Friedrich IV. tendierend — und wollen beobachten, inwieweit diese These durch die Dokumente des 1443 ausgebrochenen Ehestreites aufrecht zu halten ist. II Die Zwistigkeiten zwischen Heinrich und Katharina, vor allem aber ihr überraschender Entschluß, die gespannte Situation durch die Inhaf­tierung ihres Mannes auf Schloß Bruck 1443 zu ihren Gunsten zu wenden, hat in allen Darstellungen ihren Niederschlag gefunden m) und Hein­113) vgl. C u s i n Documenti 65 ff, wo für 1455 die Neigung Katharinas zu Venedig klar belegt ist. >14) Wiesflecker Entwicklung 359; Weingartner Die letzten Grafen 113. Doch wird die Möglichkeit einer Tendenz für Friedrich IV. in gleicher Weise unterstrichen. 115) Neben Wiesflecker und Weingartner (wie Anm. 114) auch C u s i n Confine 2, 6 und V e n u t i Agonia 51. 116) V e n u t i Agonia 51. 117) Speziell die Gefangenschaft erwähnt Aeneas mit: „uxor ... audacia plusquam viri, cui vincula indidit: mox Ulrici comitis Ciliae auxilio libera­tus ...“ (Aeneas In Europam 262) und „nuper virum uxor captivum habuit in vinculaque coniecit ac horrendi criminis reum dixit ...“ im Brief an Kaspar Schlick von 1444 Januar 1 aus St. Veit/Glan (W o 1 k a n Briefwechsel 266). Auf Aeneas fußte Coronini Tentamen 211 und 407. Für die Schilderung der Vorgänge bis einschließlich der vorläufig einen Schlußpunkt setzenden Ver­träge von 1443 Oktober bis Dezember siehe neben Coronini Tentamen 408, Antonini II Friuli orientale 261, Hermann Handbuch 161 und Czoernig Görz 561 f vor allem C u s i n Confine 2, 6f, Wiesflecker Entwicklung 359 und V e n u t i Agonia 51.

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