Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs
498 Literaturberichte rungen und deren Aufbewahrungsorte scheint mißverständlich angewendet zu sein: zutreffender wäre hiefür der Titel „Nachweis der Bildquellen“. Das Sammelwerk „Die romanische Malerei vom 11. bis zum 13. Jahrhundert“ wird S. 189 mit Genf „ohne Jahr“, S. 192 aber mit Genf 1958 zitiert. Sturm hat in minutiöser Detailforschung auch die kleinsten Aussagen über Theater und Theaterleben in Oberösterreich zusammengetragen und es gelingt ihm nicht zuletzt auf grund der fundierten Literatur, wie Altman Kellners „Musikgeschichte des Stiftes Kremsmünster“, eine vollständige Sammlung des Quellenmaterials vorzulegen. Damit ist sicherlich ein Bestreben dieses Unternehmens erfüllt. Das Gefühl der Unvollständigkeit bei der Lektüre dieses Werkes entsteht aber durch die Tatsache, daß über die Zusammenstellung von Aussagen und Nachrichten über das Theater hinaus der Versuch einer geistigen Durchdringung oder — wenn man will — einer „Aufschlüsselung“ des Materials nicht überzeugend spürbar wird. Ansätze hiezu bietet Sturm in der Voransetzung der historischen Einleitungen, doch empfindet man sie eher als isolierte eigenständige Abschnitte denn als unerläßliche Faktoren für die Behandlung der Theaterkapitel. Ähnlich wie bei einem Urkundenbuch oder einer Regestenedition für die Geschichtswissenschaft präsentiert sich Sturms Werk als Basis, als erste Stufe eines wissenschaftlichen Vorwurfs, die noch der darstellenden Auswertung harrt: die Aufgabe, „ein möglicht vollständiges Bild von den Zuständen und der Entwicklung des Theaters zu entwerfen“ (Vorwort), ist daher nur zum Teil gelöst. Doch ist es nicht Absicht der Rezension, durch diese Feststellung Sturms Verdienst zu schmälern. Der vielschichtige Inhalt des Wortes „Theater“, der Musik und Literatur einschließt, verlangt nach einer gemeinschaftlichen Beschäftigung durch Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaftler. Erst dann, wenn unter der von Sturm angedeuteten Einbeziehung der allgemeinen Geschichte Fachleute der genannten Forschungszweige ihre Untersuchungen koordinieren, wird die Geschichte des oberösterreichischen Theaterwesens in ihrem ganzen Umfang beleuchtet sein. Christiane Thomas (Wien) Alois Brusatti, Österreichische Wirtschaftspolitik vom Josephinismus zum Ständestaat. Herausgegeben vom Institut für angewandte Sozial- und Wirtschaftsforschung im Jupiter-Verlag, (Wien) 1965. 164 S. Alois Brusatti, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des industriellen Zeitalters. Verlag Styria, Graz—Wien—Köln 1967. 314 S. Gustav O t r u b a, Die Wirtschaftspolitik Maria Theresias. (Österreich-Reihe 192/194.) Bergland Verlag, Wien 1963. 220 S., 9 Bildbeigaben und 11 Abb. im Text. Josef M e n t s c h 1/Gustav Otruba, Österreichische Industrielle und Bankiers. (Österreich-Reihe Band 279/281.) Bergland Verlag, Wien 1965. 186 S., 36 Bildbeigaben. Der Extraordinarius an der Hochschule für Welthandel Alois Brusatti begrenzt seine Broschüre über „Österreichische Wirtschaftspolitik vom Josephinismus zum Ständestaat“ selber, indem er sich die Prüfung, „welche ideologischen Kräfte und welche Institutionen in Österreich die Wirtschaftspolitik zu gestalten vermochten, welche Persönlichkeiten und welche