Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs
490 Literaturberichte Wicklung. In vielen Fällen ließ er auch gegensätzliche Lehrmeinungen zu Worte kommen. Die Darstellung und die dem Werk beigegebenen erschöpfenden Literaturangaben verleihen C.s Rechtsgeschichte Handbuchcharakter, das Juristen und Historikern in gleichem Maße dienen kann. Anna Hedwig B e n n a (Wien) Walter Wagner, Geschichte des k. k. Kriegsministeriums. Band 1: 1848—1866. (Studien zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie 5.) Verlag Hermann Böhlaus Nachf., Graz 1966. 257 S. Das vorliegende Werk ist ein schönes Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit, wie sie nur von Archivaren geleistet werden kann. Der Verf. nimmt die gute alte Tradition der Behördengeschichte wieder auf, die immer in erster Linie eine Aufgabe der Archivbeamten bleiben wird. In Studien dieser Art findet sich gewöhnlich der Niederschlag des beruflich wissenschaftlichen Umganges mit den Aktenbeständen der Registraturen der betreffenden Behörden. Es ist zumeist eine entsagungsvolle Arbeit, deren wissenschaftliche Früchte in der Regel andere ernten, oft noch nach Jahrzehnten und selbst nach Generationen. Wegen des intimen Verhältnisses zum Quellenmaterial kann sie jedoch den Archivaren kaum jemand abnehmen. Auf einem anderen Blatt steht, daß ihre für die historische Forschung meist grundlegenden Ergebnisse leider sehr oft nicht genützt werden. Die notwendigerweise trockene Darstellung derartiger Themen sind der Verbreitung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse nicht immer förderlich. Im vorliegenden Fall handelt es sich z. T. um einen Ersatz des bekannten aber unvollendeten Handbuches über die Wehrmacht des Habsburgerreiches, des „Wrede“. Wir haben es mit einer Behördengeschichte der militärischen Spitze Österreichs in einem relativ kleinen Zeitraum zu tun, der allerdings auf organisatorischem Gebiet besonders bewegt war. Er ist daher in höchstem Maße geeignet, die Probleme der militärischen Führung und Verwaltung und ihr gegenseitiges Verhältnis zu studieren am Beispiel aller jener Lösungsmöglichkeiten, die damals — oft auch in sehr raschem Wechsel — praktiziert wurden. W. verliert jedoch bei der Schilderung der Wandlungen im militärischen Bereich nie die Vorgänge im Gesamtstaat aus den Augen. Der Rückbezug auf das allgemeine Politische manifestiert sich auch in den den Band begrenzenden Zäsuren von 1848 und 1866. Als Quellen dienten dem Verf. neben den Akten des Kriegsarchivs in Wien auch die Bestände des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, wo er allerdings für die 60-er Jahre nicht den Nachlaß des Grafen Folliot- Crenneville herangezogen hat. Wagner beginnt mit der großen Umwandlung in der Revolution von 1848 vom Hofkriegsrat in das Kriegsministerium. Die allgemeine Erscheinung, daß nunmehr die alten kollegial geführten Behörden in bürokratische Ministerien verwandelt wurden, trifft auch bald auf das Kriegswesen zu. Der Verf. hebt für die Revolutionszeit die wechselseitigen Wir