Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs
Rezensionen 473 Die hier in zwei Bänden vorgelegten Dokumente bilden natürlich nur eine Auswahl aus den zum See- und Landkrieg von 1866 in Italien in den österreichischen staatlichen Archiven vorhandenen Akten; auch werden in der Hauptsache nur die militärischen Dokumente veröffentlicht, nachdem die diplomatischen Aktenstücke zum selben Thema bereits in einem anderen Zusammenhang herausgegeben worden sind 2). A. Filipuzzi hat die Auswahl der Dokumente in einer Art getroffen, daß die entscheidenden Phasen des militärischen Geschehens auf dem südlichen Kriegsschauplatz im Jahre 1866 ausreichend belegt erscheinen und zwar sowohl bezüglich der Zeit der militärischen Vorbereitung als auch die Epochen der eigentlichen Kämpfe und der unmittelbaren Folgen. Sicherlich sind diese Dokumente ihrem Inhalt nach nicht unbekannt gewesen, sie sind ja bereits zur Abfassung der offiziellen Darstellung des fünfbändigen Werkes von „Österreichs Kämpfe im Jahre 1866“ herangezogen worden, aber vollinhaltlich sind die wenigsten davon jemals ediert worden. Der Herausgeber bietet in der Einleitung neben der Übersicht über die von ihm befolgten methodischen Editionsgrundsätze eine eingehende Darstellung des von ihm angewandten Auswahlprinzipes. Die Zweiteilung des Werkes ist sozusagen naturgegeben, einmal durch die an sich schon völlig getrennten militärischen Aktionen zur See und zu Land und zum anderen durch die vom archivischen Provenienzprinzip diktierte Aufstellung der zugehörigen Akten; eine Einheit, die man auch bei einer Edition ohne zwingende Gründe nicht zerreißen sollte. Die Trennung des Werkes in zwei Bänden ist deshalb auch nicht vom Umfang oder vom zeitlichen Ablauf der behandelten Dokumente bedingt, jeder der beiden Bände bildet ein abgeschlossenes Ganzes für sich, was sich bereits im Titel manifestiert, auf dem jeder Hinweis auf eine Einteilung in I. und II. Band fehlt. In dem Bande mit dem Titel „Le operazioni navali“ bringt der Editor die wichtigsten Dokumente über den Krieg zur See. Sie beginnen mit einem Aktenstück aus dem Jänner 1866, in dem noch über den zwischen fremden Flotten üblichen Flaggensalut disputiert wird, eine Frage, die durch das Auftauchen der italienischen Flotte in österreichischen Gewässern aktuell geworden war, und leiten dann über zu den durch die politische Entwicklung im Jahre 1866 unausweichlich gewordenen Rüstungsvorbereitungen für die österreichische Kriegsmarine. Diese Vorbereitungen, die bis Mitte Juni liefen, sind durch nicht sehr zahlreiche aber instruktive Aktenstücke belegt. Das Kernstück des Bandes bilden natürlich die auf die Auffahrt der österreichischen Flotte zur Seeschlacht bei Lissa bezüglichen Dokumente und die Berichte, die den Seesieg bei Lissa illustrieren. Die Schilderungen über den Verlauf dieser denkwürdigen Seeschlacht bilden ohne Zweifel den Höhepunkt bis hin zu der den Abschluß des ganzen Bandes bildenden großen Finalrelation des österreichischen Flottenkommandanten Tegetthoff vom 27. November 1866. 2) II Problema Veneto e l’Europa 1859—1866, raccolta di documenti diplomatic, vol. I: Austria, a cura di R. Blaas, Venezia 1966.