Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)

ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs

Rezensionen 469 österreichische Weistümer. Gesammelt von der österreichischen Akademie der Wissenschaften. Band 17: Tirolische Weistümer, Teil 5 (Ergänzungsband 1, Unterinntal) nach Vorarbeiten von Joseph Egger t, Joseph Schatz f, Otto Stolz f und Sylvia Sterner-Rainer unter Mitwirkung von Fritz Steinegger herausgegeben von Nikolaus Grass und Karl Finsterwalder. Uni­versitätsverlag Wagner, Innsbruck 1966. XXXIX, 391 S. Nach einer Unterbrechung von 75 Jahren wird nunmehr die Reihe der Tirolischen Weistümer dankenswerter Weise mit diesem Ergänzungsbande fortgesetzt. Im Vorwort referiert der Herausgeber N. Grass über das Zustandekommen dieses Bandes und bietet dann in der Einleitung (S. XI- XXXIV) einen ausgezeichneten historischen Überblick über die Genesis der österreichischen und speziell der tirolischen Weistümer-Forschung. Aus dieser anregend und übersichtlich verfaßten und wissenschaftlich fundierten Zusammenschau wird erst der hohe Anteil der österreichischen Geschichtsforschung an der Weistümerforschung überhaupt ersichtlich und es läßt sich daraus die Tatsache ableiten, daß nicht wenige Forscher in ihren Untersuchungen und Veröffentlichungen sich auf dieses reiche und in seiner Art einmalige Quellenmaterial bezogen und immer wieder auf es zurückgegriffen haben. Die Bedeutung der Weistümer für die gesamte historische Forschung ist, wie N. Grass in seiner Einleitung zu diesem Band überzeugend belegt (S. XXIX ff.), oft und eindringlich genug dargelegt worden; sie braucht hier nicht neuerlich betont zu werden. Die hier in einer mustergültigen nach den von K. Finsterwalder vor­gelegten „Richtlinien für die Herausgabe der ungedruckten Tiroler Weis­tümer“ (S. XXXIV ff.) erarbeiteten Edition herausgegebenen Texte nehmen Bezug auf die Landgerichte, Gerichte und Herrschaften des unteren Inn- tales. Jeder einzelnen zusammengehörigen Textgruppe wird eine histori­sche Einleitung vorausgeschickt, die dem Benützer das Erfassen der Zu­sammenhänge erleichtert. Die in diesem Band auf genommenen Texte dokumentieren schon durch ihr Alter, daß es sich um Ergänzungen und Nachträge handelt. Die meisten Texte reichen nicht weiter als bis ins 16. Jh. zurück und die jüngsten berühren sogar noch das 19. Jh. Die ältesten und älteren Texte sind logischerweise bereits in den ersten vier Teilen veröffentlicht worden, doch sagt das Alter der Texte an sich noch nichts aus über ihren inneren historischen Wert und über ihre wissenschaftliche Auswertbarkeit, denn gerade die hier aus historisch gesehen neuerer Zeit mühsam und mit zeitraubenden Recherchen in öffentlichen und privaten Archiven zusammengetragenen Texte vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der sozialen und wirtschaftlichen Struktur der Bevölkerung und bieten der Forschung, und zwar nicht nur der Heimatforschung, rei­ches Quellenmaterial für rechts- und wirtschaftskundliche Forschungen. So kann gerade diese oft recht knifflige und nicht immer gebührend gewürdigte Herausgebertätigkeit durch die Vor- und Aufbereitung der historischen, wenn man so sagen darf, „materia prima“ Grundlage und Ausgangspunkt für umfassende und zusammenfassende Darstellungen sein. Es ist die Arbeit des Editors eben, wie der berühmte und oft auch wegen seiner zahlreichen Editionen von den Zeitgenossen geschmähte Archivar und Historiker Chmel immer betonte, eine „Kärrnerarbeit“ für

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