Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)

ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs

458 Archivberichte einigen Bezirksgerichtsarchiven waren schwere Verluste entstanden, des­gleichen auch bei einigen Bezirkshauptmannschaften; bei letzteren war das verlagerte Schriftgut vielfach in Unordnung geraten und daher für den Amtsgebrauch nur schwer oder gar nicht benützbar. Das NÖ. Landes­archiv übernahm daher im Rahmen des Archivschutzes die Aufgabe, dieses Schriftgut durch seine Fachbeamten zu ordnen und neu in den Registra­turen aufstellen zu lassen. Diese immer umfangreicher werdende Bean­spruchung des Archivpersonals ließ sich im Rahmen des Archivdienstes nicht mehr bewältigen; es wurde daher ein Team von Archivfachbeamten unter der Leitung eines Archivbeamten des höheren wissenschaftlichen Dienstes mit der Durchführung beauftragt, dem auch die Skartierungen bei den Bezirkshauptmannschaften übertragen wurden. Ihm obliegt ferner die fachliche Beratung bei der Planung und Einrichtung von Registraturen in den Amtsgebäuden. Zum Schutze des archivalischen, historisch wertvol­len sowie des für die Verwaltung benötigten Schriftgutes wurden Skartie- rungspläne für die Bezirkshauptmannschaften und auch für das „Amt der NÖ. Landesregierung“ geschaffen, die in die Kanzleiordnungen Aufnahme fanden; sie schreiben für jede Materie die Verwahrungsdauer vor, bzw. den Termin ihrer Ausscheidung. Diesem Zwecke dient auch der „Skartie- rungsvermerk“, den der Akt bei seiner Enderledigung erhält. Dadurch konnten brauchbare Instrumente geschaffen werden, um wertvolles Schriftgut zu schützen und für die spätere Verwahrung im Archiv zu erhalten. Die Pfarrarchive Oberösterreichs. *) Von Alois Zauner (Linz). Die 1785 geschaffene Diözese Linz deckt sich im Wesentlichen mit dem Bundesland Oberösterreich. Vorher gehörte dieses Gebiet zum Bistum Passau, besaß aber einen eigenen Offizial, der jedoch ebenfalls in Passau seinen Sitz hatte. Das OÖ. Landesarchiv hat im Jahre 1957 begonnen, die Pfarrarchive dieses Bereiches systematisch zu verzeichnen. Dazu war es natürlich notwendig, vorher das Einvernehmen mit dem bischöflichen Ordinariat herzustellen. In einer Aussprache mit Diözesanbischof Exzellenz Dr. Zauner wurde dem damaligen Archivdirektor Alfred Hoffmann die Unterstützung dieses Unternehmens zugesagt und die Vorgangsweise besprochen. Die Archivbeamten erhielten eine schriftliche Empfehlung des Bischöflichen Ordinariates, in welcher die Pfarrämter angewiesen wurden, den Beam­ten des Archivs Einsichtnahme in die Pfarrarchive zu gewähren. Von jedem Archivverzeichnis bekam ein Exemplar das Bischöfliche Ordinariat, ein zweites blieb im Landesarchiv. Außerdem wurde am Ende eines jeden Jahres dem Ordinariat über die vorgenommenen Besichtigungen berichtet. *) Kurzfassung eines auf dem 7. österr. Archivtag in Linz am 4. Sept. 1967 gehaltenen Referates.

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