Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)

BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes

Rezensionen 577 Loehr, (1882—1965, Generaldirektor der kulturhistorischen Museen, Universitätsprofessor; von A. L h o t s k y, S. 251 ff.), Max Döblinger (1873—1965, Direktor des Steiermärkischen Landesarchivs; von W. Sit­tig, S. 253—256), Hans Erich Feine (1890—1965, Universitätsprofessor; von L. Santifaller, S. 503 f.). Otto Friedrich Winter (Wien). Mitteilungen des Kremser Stadtarchivs. Herausgegeben von der Kulturver­waltung der Stadt Krems an der Donau, Schriftleitung Dr. Harry K ü h n e 1. Band 5, Krems 1965, VIII, 174 Seiten. Der nicht nur dem Umfang, sondern auch dem Inhalt nach bedeu­tendste Beitrag dieses Bandes ist die Arbeit von H. Ebner, unter dem Titel „Ein Urbar der Pfarre Krems aus dem 14. Jahrhundert“ (S. 1—122). Sie bietet eine sorgfältige Edition einer im Archiv der Pfarre Krems erlie­genden Handschrift, reich kommentiert durch Urkunden- und Literatur­zitate und erschlossen durch ein eingehendes Personen- und Orts- sowie Sachregister. In der Einleitung kann E. an Hand der inneren und äußeren Merkmale die Abfassungszeit mit 1381—1386/88 festlegen und als Verfas­ser den damaligen Pfarrer von Krems Marquart Treberger wahrscheinlich machen. Nach dem Typus bestimmt er die Aufzeichnung als Übergang vom Urbar zum Grundbuch: Der Anlage nach ein Urbar, basierend auf einem alten Register und Urkunden, führen die zahlreichen Randnotizen über Besitzveränderungen, geänderte Rechtsverhältnisse u. dgl. zum später üblich gewordenen Grundbuch weiter. Da die Pfarre Krems nach Rang und Besitz eine der wichtigsten Niederösterreichs war und ist, braucht der Wert dieser Veröffentlichung für die Geschichte des gesamten Landes, namentlich aber für den Raum von Krems nicht gesondert betont werden. Abgesehen von der quellenmäßigen Bereicherung der Erkenntnisse über Besitzgeschichte und organisatorische Gliederung der Pfarre selbst, erge­ben sich umfassende Einblicke in die Besitzstruktur, Bevölkerungszusam­mensetzung und soziale Gliederung der Stadt Krems im 14. Jahrhundert. Über den engeren Rahmen hinaus weisen zahlreiche Nennungen weltlicher und vor allem geistlicher Besitzer aus Oberösterreich, Salzburg, Bayern und Südböhmen. Vom wirtschaftspolitischen Aspekt gesehen, steht der in diesem Raum seit alters betriebene Weinbau im Vordergrund. — H. K ü h n e 1 ergänzt die Ausführungen H. Paulharts über „Bücherbesitz Kremser Bürger im 16. Jahrhundert“ im 1. Band dieser Zeitschrift mit dem Beitrag „Medizinische Bücher im Besitz zweier Kremser Bürger des 16. Jahrhunderts“ (S. 123—129). — F. W. Riedel behandelt „Eine Opernaufführung im Stift Göttweig 1677“ (S. 130—-142), welche anläßlich eines Besuches Kaiser Leopolds I. und seiner Gattin stattfand. Gespielt wurde ein eigens für diesen Zweck verfaßtes Stück „Endimione“, dessen noch erhaltenen Text Abt Johannes Dizent verfaßte, während die Kom­position — die sich nicht mehr feststellen ließ — von dem Hof- und Kammerorganisten Alessandro Pogliatti stammte. — Über „Die Volks­bildung in Krems. Anfänge und Entwicklung bis 1939“ referiert Ph. K r e j s (S. 143—168). Anlaß zu dieser Publikation, die eindrucksvoll die von zahlreichen Kremser Institutionen getragenen Bemühungen um die geistige Betreuung der Erwachsenen demonstriert, hinsichtlich der Ver­Mitteilungen, Band 20 37

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