Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)

BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes

576 Literaturberichte des Bezug: P. Uiblein referiert und kommentiert neuerschienene Bio­graphien dreier Angehöriger der theologischen Fakultät, Konrad von Ebrach (von K. Lauterer), Nikolaus von Dinkelsbühl (von A. Madre) und Peter von Pulkau (von D. Girgensohn) („Zur Lebensgeschichte einiger Wiener Theologen des Mittelalters“, S. 95—107). Mit einem prominenten Angehörigen der Juristenfakultät in der Zeit von 1412 bis in den Beginn der Zwanzigerjahre des 15. Jahrhunderts befaßt sich A. A. S t r n a d („Zum Studiengang des Dekretisten Johannes Schallermann“, S. 108—117). — An Hand der Auseinandersetzungen um das Erbe Königs Albrechts II. bzw. um die entscheidende Einflußnahme auf dessen Sohn Ladislaus Postumus, vor allem zwischen den Ständen Nieder- und auch Oberöster­reichs unter der Führung Ulrich Eyzingers und König Friedrichs IV. als Vormund des jungen Erbfürsten zeichnet K. G u t k a s ein auf gründ­lichen Quellenstudien basiertes Bild der inneren Geschichte Österreichs um die Mitte des 15. Jahrhunderts („Der Mailberger Bund von 1451. Stu­dien zum Verhältnis von Landesfürst und Ständen um die Mitte des 15. Jahrhunderts“, S. 51—94, 347—392). Der Untertitel gibt die Problem­stellung nicht richtig wieder, da Friedrich IV. zu diesem Zeitpunkt keines­wegs Landesfürst von Österreich war. In den ersten beiden Kapiteln wird die genaue Abfolge der Ereignisse vom Tode Albrechts II. (27. 10. 1439) bis zur Übergabe des zwölfjährigen Ladislaus an Ulrich von Cilli (4. 9. 1452) dargestellt, wobei die Behandlung einer bisher wenig beach­teten Phase der Geschichte der österreichischen Hausprivilegien im Jahre 1442 besonders hervorgehoben werden muß. In einem weiteren Abschnitt werden „Die rechtlichen und politischen Grundlagen des Bundes“ dar­gelegt, der Schwerpunkt liegt jedoch im letzten Kapitel „Die Teilnehmer und Gegner des Mailberger Bundes, ihre Macht und soziale Stellung“, ein interessanter Querschnitt durch die politisch aktiven Kräfte, gegliedert nach den einzelnen ständischen Gruppen. Ein „Urkundenanhang“ bringt wichtige Quellen in vollem Wortlaut, darunter die beiden Fassungen der Bundesurkunde. — Unter dem Titel „Zwei Niederlagen um Königgrätz“ analysiert R. G. P 1 a s c h k a (S. 393—420) vornehmlich an Hand des Verlaufes der Schlacht Persönlichkeit und fachliche Qualifikation FZM. Benedeks aus verschiedenen Aspekten und berichtet anschließend über die Entwicklung in Böhmen, namentlich in Prag, während der preußischen Besetzung sowie über die — vergeblichen — Bemühungen von tschechi­scher Seite, mit maßgeblicher Mitwirkung Frantisek Riegers aus dieser Situation heraus eine Neuordnung der Monarchie als Verband autonomer Landesgruppen durchzusetzen. — Die Rubrik „Literaturberichte“ umfaßt neben den Rezensionen (S. 187 —231, 426—475) und Notizen (S. 232—243, 476—491) sowie der Zusam­menstellung „Neueingelaufene Bücher“ (S. 244—247, 492—495) zwei um­fassende Sammelreferate: „Schrifttum zur mittleren und neueren Ge­schichte Niederösterreichs (1945—1965) von H. Feigl (S. 118—166) und „Neuere Literatur zur Geschichte Tirols (1953—1965)“ von W. Köfler (S. 167—186). Den Abschluß bilden Berichte über wissenschaftliche Unter­nehmungen und Veranstaltungen (S. 248 und 496—502) sowie die Nach­rufe: Heinz Zatschek (1901—1965, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, Universitätsprofessor; von O. Brunner, S. 249 ff.), August

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