Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)

BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes

574 Literaturberichte dem durch die Regierungsübernahme der letzteren das Ausscheiden Eng­lands aus der Koalition eingeleitet wurde. — Einen wertvollen Beitrag zum letzten Abschnitt der inneren Geschichte der Monarchie stellt die Arbeit „Die Mitgliedschaft auf Lebensdauer im österreichischen Herren­hause, 1861—1918“ von G. Stourzh (S. 63—117) dar. Die genannte, bisher nicht gesondert untersuchte Institution gab dem Kaiser die — durch die Reform von 1906/07 etwas eingeschränkte — Möglichkeit, ver­diente Männer seiner Wahl in das Herrenhaus zu berufen und damit des­sen Zusammensetzung maßgebend zu beeinflussen. St. erörtert eingehend die verfassungsrechtliche Entwicklung in diesem Sektor seit 1848 und gibt abschließend, gereiht nach Ernennungsjahren, ein Verzeichnis der etwa 600 Mitglieder des Herrenhauses auf Lebenszeit. In dieser eindrucksvollen Reihe finden sich Angehörige von Adelsgeschlechtern, die nicht Anspruch auf einen erblichen Sitz hatten, hohe kirchliche Würdenträger, Politiker und Staatsmänner, hohe Beamte und Militärs, Gelehrte, Künstler, Industrielle und Finanzmänner, entstammend allen Nationen der öster­reichischen Reichshälfte. Die „Literaturberichte“ gliedern sich in zwei Gruppen: Die „Sammelreferate“ fassen in verdienstvoller Weise die für ein bestimmtes Gebiet in jüngerer Zeit erschienenen Veröffentlichungen zusammen und bieten so eine notwendige Ergänzung der Bibliographien und ein unent­behrliches Hilfsmittel für den nicht alle Teildisziplinen übersehen kön­nenden Forscher. In diesem Bande sind enthalten „Forschungen zur Ge­schichte des ungarischen Mittelalters in den Jahren 1945—1964“, zusam­mengestellt und kommentiert von G. Heckenast (Budapest) (S. 366— 381), „Historische Hilfswissenschaften und Verwaltungsgeschichte in Un­garn 1945—1964“ von L. B. Kumorovitz, J. Gerics, A. Kubinyi und L. M e z e y (Budapest) (S. 382—398), sowie „Schrifttum zur histori­schen Landeskunde des Burgenlandes 1952—1964“ von H. Prickler (S. 124—156). Den zweiten Teil der Literaturberichte bilden die umfas­senden „Rezensionen“ (S. 157—226, 399—416), den dritten Teil „Notizen“ (S. 227—234, 417—425). Weitere Rubriken sind „Eingelaufene Bücher“ (S. 235—239, 426—428), „Verschiedene Nachrichten“ (S. 240 f. und 437— 450; an letzterer Stelle findet sich auch ein „Bericht über den 12. Inter­nationalen Historikerkongreß“ in Wien von E. Zöllner) und „Chronik des Instituts“ (S. 429—436). Nachrufe sind enthalten für Ernst H. Buschbeck (1889—1963, Direktor des Kunsthistorischen Museums, von K. M. S w o b o d a, S. 242 ff.), Bruno Grimschitz (1892—1964, Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums, Universi­tätsprofessor, von R. Wagner-Riege r, S. 244 ff.) und Harold Steinacker (1875—1965, Universitätsprofessor, von F. Hüter, S. 451—454). LXXIV. Band, Graz—Wien—Köln 1966, VIII, 504 Seiten. O. Kersten befaßt sich in der Arbeit „Diplomatische Auszeich­nungsschriften in Spätantike und Frühmittelalter“ (S. 1—50) mit den Pro­blemen, die sich aus der Verwendung verschiedener Sonderschriften für bestimmte Textteile von Urkunden in der Zeit vom 4. bis zum 9. Jahr­hundert ergeben; er gliedert diese Schriften in „Litterae caelestes“,

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