Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)
BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes
558 Literaturberichte gedruckt wurde, blieben über die Schiffsdivision vor Neapel 1820—26 ganze anderthalb Seiten stehen. Leider wurde das von Khuepach sehr lebendig und anschaulich geschriebene Kapitel über die Schiffsabteilung in Griechenland und der Levante während des griechischen Freiheitskampfes und weiter bis 1840 auf knapp drei Seiten reduziert. Die Seeschlacht von Navarino kommt darin überhaupt nicht vor, obwohl es darüber u. a. einen interessanten Bericht der Korvette Carolina gibt, ebenso bleibt das Wirken eines Mannes wie Prokesch völlig unerwähnt. Von den harten Anforderungen, welche der Dienst zur See in dieser bewegten Zeit vor allem an die Initiative und Entschlußfreudigkeit der Schiffskommandanten stellte, wird sich der Leser in dieser Kurzfassung wohl kaum eine Vorstellung machen können. Damit ist allerdings das Plansoll an Kürzungen erfüllt. Die folgenden Abschnitte Marokko 1828/29, der Aufstand in Norditalien 1831/32 und die Division in der Adria bis 1847, die Expeditionen nach Nordamerika und im westlichen Mittelmeer 1833—37 und nach England 1842, der Feldzug in Syrien im Jahre 1840 und die Schiffsdivision in der Levante bis 1845, ferner das letzte Kapitel „Erfindungen, Erprobungen, Neueinführungen“ entsprechen fast völlig dem von Khuepach geschriebenen Text. Die 21 Anlagen beinhalten Standes- und Einteilungsübersichten der Schiffe und des Personals, Kurzbiographien einiger führender Offiziere, den Text der Konvention bezüglich der Übergabe Venedigs sowie einen Rapport über den Hafen von Pola. Als Nr. 21 sind die Erklärungen der maritimen Fachausdrücke alphabetisch zusammengefaßt, welche Khuepach jeweils an der entsprechenden Stelle als Fußnoten bringen wollte — zweifellos eine viel praktischere Lösung. Weggelassen wurden im Druck einige sehr interessante Übersichten über die Kosten der Ausrüstung und Erhaltung der verschiedenen Schiffstypen einschließlich der Gagen der Bemannung und schließlich die von Khuepach mit besonderer Sorgfalt bis zuletzt immer noch ergänzte Zusammenstellung sämtlicher Standesveränderungen der Seeoffiziere und Kadetten 1815—1847. Das Fehlen der letztgenannten Anlage ist umso mehr zu bedauern, als für diesen Zeitraum keine gedruckten Rangs- und Einteilungslisten vorhanden sind und auch die Schematismen vor allem in der ersten Zeit kaum einen Ersatz bieten. Auch hier ist der Rezensent der Ansicht, daß weit eher andere Anlagen hätten wegbleiben können. Obwohl Khuepach noch selbst alle erforderlichen Register zusammengestellt hatte, zog es Bayer vor, sie im Druck „selektiv“ zu gestalten, „um eine Belastung mit für den Gegenstand der Untersuchung unwesentlichen Stichwörtern zu vermeiden“. Von den Schiffsnamen haben beispielsweise nur 15 diese Selektion überlebt, wobei selbst bei diesen wenigen nur die Bayer wichtig erschienenen Nennungen verzeichnet sind. Damit ist die Benützbarkeit des Werkes freilich ganz beträchtlich herabgesetzt — besonders etwa bezüglich der technischen und historischen Angaben zu den einzelnen Schiffen —, ja es erscheint fraglich, ob ein solcher Kurzindex überhaupt noch einen Sinn hat. Leider wird man auch den Verdacht nicht los, daß kaum Korrekturen gelesen wurden. Besonders störend ist dies bei den Übersichten der