Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)

BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes

Rezensionen 557 sonders der maritimen Fachausdrücke) und einige Fußnoten hinzugefügt, Heinrich v. Bayer übernahm die Redaktion und Bebilderung. Nach Khue- pachs Tod hat er dann an manchen Teilen beträchtliche Kürzungen vor­genommen und diese Kapitel neu geschrieben. Wenn auch zugegeben sei, daß eine gewisse Straffung nicht bloß wegen der notwendigen Herabsetzung der Druckkosten ratsam war, so erscheint doch die Art ihrer Durchführung vielfach recht problematisch und hat das innere Gleichgewicht der Komposition empfindlich gestört, da sie sich lediglich auf einige Kapitel aus dem Teil über die Verwendung der Flotte konzentrierte und alles übrige im vollen Wortlaut stehen ließ. Nach Meinung des Rezensenten hätte dagegen schon das erste Kapitel, nämlich die allgemeine politische Übersicht, ohne Schaden eine Straffung vertragen. Es folgt — ebenfalls ungekürzt — ein Kapitel über die Flagge und ein drittes betreffend die Übernahme der ex-venetianischen Marine und die Organisation der k. u. k. Kriegsmarine, gegliedert nach den Amts­zeiten der Marinekommandanten l’Espine und Comminck, Paulucci, Erz­herzog Friedrich. Auch hier könnte man wohl so manches kürzer sagen. Der vierte Abschnitt über das schwimmende Flottenmaterial ist zweifel­los ein sehr wichtiger und brauchbarer Nachschlagebehelf, hätte aber viel­leicht besser mit den vielen technischen Details als Anhang Platz gefun­den, während im Text eine knappe Übersicht eher am Platz gewesen wäre. Bedauerlich ist die auf S. 120 vorkommende Verwechslung der „Augusta“ mit der „Principessa Augusta“, wofür Khuepach nicht verantwortlich zeichnet. Dieser Fehler wiederholt sich dann noch mehrmals. Auf S. 135/36 ist die alphabetische Reihung beim Umbruch total durcheinandergeraten. Die anschließenden Kapitel V und VI (Artillerie und Waffenwesen, Be­kleidung und Ausrüstung) blieben unverändert. Das ursprüngliche Kapitel VII mit 11 Abschnitten (jetzt Kapitel VII— XI) dagegen wurde zum Teil radikal gekürzt. So bleiben knappe 100 Sei­ten übrig für die Darstellung des Einsatzes der Kriegsmarine in mehr als drei Jahrzehnten einer reich bewegten Epoche. Während der erste und vom Standpunkt der Gegenwart wohl unwichtigste Abschnitt „Der Kaiser und Oberste Kriegsherr und die Marine“ — vorwiegend Besuche hoher und höchster Herrschaften bei der Flotte — im vollen Wortlaut bis ins letzte Detail abgedruckt wurde, ist der zweite (Eskadre Pasqualio und andere gleichzeitige Ausrüstungen 1814—-1816) weitgehend dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die verbliebene eine Seite bietet nicht einmal mehr einen knappen Überblick der Ereignisse. Sehr zu bedauern ist, daß die „kartographische Aufnahme der Adria“ ganz wegblieb und damit eine nicht unbedeutende wissenschaftliche Leistung der Kriegsmarine der Ver­gessenheit anheim fällt. Ähnlich sind in den von Bayer neu geschriebe­nen Abschnitten über die Expeditionen der Fregatten Austria und Augusta (die hier fälschlich genannte „Principessa Augusta“ war, wie man richtig auf S. 125 lesen kann, eine Brigg und hieß seit 1814 „Sparviero“) nach Brasilien 1818/19 und der Fregatte Carolina nach China 1820—22 die wissenschaftlichen und kulturellen Belange fast unerwähnt geblieben. Beispielsweise ist die Teilnahme des Malers Thomas Ender nicht mehr genannt. Während der Abschnitt „k. k. Paketboote 1820—37“ unverändert

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