Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)

BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes

556 Literaturberichte Kriegsgeschichte Khuepach Artur v. und Bayer Heinrich v., Geschichte der k. k. Kriegs­marine während der Jahre 1814—1847. (Geschichte der k. u. k. Kriegsmarine II. Teil, III. Band) Verlag Hermann Böhlaus Nacht. Graz—Köln 1966. 346 Seiten, 12 Abb. Es ist sehr zu begrüßen, daß nun nach einer Pause von 24 Jahren end­lich wieder ein Band der 1882 begonnenen monumentalen Geschichte der österreichischen Kriegsmarine erschienen ist und das Werk damit bis 1849 geschlossen vorliegt. Von der Folgezeit ist bisher freilich erst das Jahr 1866 (von J. Fleischer, 1906) bearbeitet. Der hier zu besprechende Band hat wie das ganze Unternehmen eine sehr langwierige und komplizierte Geschichte, die der tragischen Züge nicht entbehrt. Da Geleit und Vorwort hierüber nur sehr unzureichend und ungenau berichten, sollen die wichtigsten Fakten kurz angemerkt werden. Khuepach begann bereits in den Achtzigerjahren des vorigen Jahr­hunderts mit der Materialsammlung und konzentrierte sich schließlich auf den Zeitraum von 1802—1847. 1912 forderte ihn Admiral Keil auf, die Lücken des Gesamtwerkes auszufüllen. Bisher war 1882 der Band 1500—1797 von Josef Ritter Rechberger von Rechkron, 1884 der Band 1848/49 von Jerolim Freiherrn Benko von Boinik, 1891 der Band 1797— 1802 von Josef Ritter von Lehnert und 1906 der Band 1866 von Josef Fleischer erschienen. Knapp vor Ausbruch des ersten Weltkrieges konnte Khuepach den ersten Teil des von ihm zu bearbeitenden Abschnittes vor­legen. Allein es dauerte bis 1942, ehe der Band 1802—-1814 erscheinen konnte, und den Druck des Bandes 1814—1847 erlebte der 1951 verstor­bene Admiral nicht mehr, obwohl das Manuskript mit Ausnahme der Bebilderung 1944 fertig vorlag. Eine der im Kriegsarchiv verwahrten Fassungen zeigt daher ein Titelblatt mit der Angabe: im Auftrag des Oberkommandos der Kriegsmarine verfaßt von Kontreadmiral Artur v. Khuepach, herausgegeben vom Kriegsmarinearchiv Wien, 1944, Staats­druckerei. Bei dem nunmehr erschienenen Druck wurde dies umgeän­dert zu: „im Aufträge des Bundesministeriums für Unterricht verfaßt von KA. Artur v. Khuepach und Korvettenkapitän Heinrich v. Bayer, heraus­gegeben vom Kriegsarchiv Wien.“ Zu dem letzten Punkt sei hier aus­drücklich festgestellt, daß das Kriegsarchiv wohl das Manuskript zur Ver­fügung stellte, jedoch weder die zum Druck beförderte endgültige Fassung noch die Korrekturbogen erhielt, somit keine Gelegenheit hatte, die ihm zugeschriebene Herausgeberfunktion wahrzunehmen. Dies wird dem Kundigen im übrigen schon aus der Art des Zitierens der Archivalien klar, wo man neben der jetzt üblichen Form noch die Bezeichnung „Staats­archiv II., Marinereferat“ oder gar „Heeresarchiv Wien“ wiederholt findet. Das Vorhandensein mehrerer Fassungen ermöglicht es auch ziemlich gut, den Anteil der Bearbeiter festzustellen. Der gesamte Aufbau und auch ein Großteil des Wortlautes stammt von Khuepach selbst. Korvetten­kapitän F. Nejebsy hat, wie auch in einer früheren Fassung des Vorwortes erwähnt wird, den Text stilistisch leicht umgearbeitet, Erklärungen (be-

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