Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 19. (1966)
SPRUNCK, Alphonse: Francisco Bernardo de Quiros, ein spanischer Diplomat im Dienste des Hauses Österreich während des spanischen Erbfolgekrieges
Francisco Bernardo de Quiros, ein spanischer Diplomat 103 des Erzherzogs ausgedrückt und auch dessen Gründe, weshalb er seiner Hochzeit nicht beigewohnt hatte, als berechtigt anerkannt. Am 25. August hatte Quiros durch Kellers Befehl erhalten, den Grafen Villalonga, der ihm das Angebot gemacht hatte, in Katalonien ein Regiment auszuheben, in Flandern zurückzuhalten; dort waren schon so viele, die solche Ansprüche erhoben. Quiros antwortete am 11. Oktober, er erinnere sich nicht, daß Villalonga ihm dieses Angebot gemacht hätte, doch wollte er ihm bei Gelegenheit das Verbot des Erzherzogs in höflicher Form mitteilen. Der Angriff auf Port Mahon war für Quiros ein großer Trost, aber er hätte lieber einen Angriff auf Sizilien gesehen, um den Feind zu hindern, dorthin Verstärkungen zu senden. Am Schluß dieses Briefes machte er eine resignierte Bemerkung über die Abhängigkeit Österreichs von seinen Bundesgenossen 20). Am 18. Oktober schrieb Quiros an Kellers, er hoffe, sieh bald in die Provinz Limburg zu begeben, wo größte Unordnung herrschte und die Erhebung der Einkünfte des Erzherzogs ganz im Rückstände war. Am 27. sandte er diesem eine Abschrift der Kapitulation von Lille. Craggs, der Überbringer dieses Briefes, der großen Eifer für die Sache Österreichs gezeigt hatte, würde ihm auch über die Maßnahmen zur Anwerbung von Truppen und die Garantie für die Absendung eines Geschwaders nach Port Mahon Bericht erstatten. Quiros wollte sich zum Prinzen Eugen und Marlborough begeben. Der Prinz hatte ihm geschrieben, er verfüge über die kaiserlichen Truppen, während ihrerseits die Generalstaaten ihm wiederum gemeldet hatten, die pfälzischen Truppen ständen bereit. Am 30. Mai und am 4. August hatte Erzherzog Karl den Brabanter Ständen sein Vertrauen ausgedrückt. Quiros meldete Kellers am 27. Oktober, sie hätten diese Erklärung in einer Sitzung vom 20. Oktober vernommen. Sie hatten versprochen, dem Erzherzog im Interesse der katholischen Religion nach Möglichkeit jede Unterstützung zu gewähren und mit dem Erzbischof von Mecheln, dem Vorsitzenden des geistlichen Standes, Korrespondenz zu unterhalten. Für die Beziehungen zum Erzherzog, der sie um Bewilligung eines Subsids gebeten hatte, wünschten sie die Vermittlung von Quiros, der sowohl diesem, als auch ihrem Lande wertvolle Dienste geleistet hatte 21). In Folge der Siege des Verbündeten in Flandern rechneten sie mit einem baldigen Ende des Krieges. Am 30. Oktober schrieb Quiros dem Erzherzog, durch die Unmöglichkeit, Briefe nach Lille zu senden, sei er behindert, bei Marlborough und dem Prinzen Eugen auf die Entsendung von Truppen nach Katalonien zu drängen. Die meisten Flamänder verstanden, daß eine Offensive in diesem Lande das beste Mittel wäre, um den Krieg abzukürzen; der Winter durfte nicht ungenutzt vorüber gehen. Aber Quiros war nicht sicher, ob die Seemächte ihre Versprechen in diesem Sinne halten würden, denn ihre Generäle wollten lieber in den südlichen Niederlanden kämpfen, wo sie mit großen Heeren Ruhm erwerben konnten, und sie hielten fest