Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Österreich 665 Das Obersthofmeisteramt stellt den beiden lothringischen Tapessiers das beste Zeugnis aus und schlägt für Roche Le Jeune wie bisher jährl. 450 Gulden Hofbesoldung vor. Für Martel, der bisher nur jährl. 180 Gulden erhielt, wird die Gleichstellung mit Roche Le Jeune bezweifelt. Da keine Aussicht auf ein Hofquartier für beide in der Stadt wäre, wird im niederländischen Hof­kanzleigebäude im 5. Stock das Quartier bis zum Freiwerden eines Hof­quartiers vorgeschlagen. Das Holz- und Kerzen-Deputat wird wohl nur für die notwendige Beheizung und Beleuchtung zur Winterszeit für die Zimmer bei Hof dienen, wo die niederländischen Spaliere ausgebessert werden. Res.: Diesen Leuthen ist das nemliche zu geben, was sie bis jetzund gehabt und nichts mehrers indessen, bis bey Hof ein Orth für sie ausfindig gemacht wird, von dies nicht approbire, sie zu lassen wo sie sind, also auch kein Holtz, noch Licht bedarfen. f. 468 r — 471 v. Dekret an den Mobilien-Inspektor über die kaiserl. Resolution vom 17. De­zember 1765. f. 477 rv. 644 1765 Dezember 17, Wien. Johann Martin Rausch von Traubenberg, Kammermaler und Galerie-Inspek­tor, wird das von Seiten seines „Ur-Ur-Groß-Vatters“ durch Kaiser Karl V. adelige rittermäßige Wappen und Prädikat „von Traubenberg“ sowie den durch dessen Voreltern vom Kaiser Leopold I. verliehene Ritterstand für sich und seine ehelichen Leibeserben und Erbenserben durch Kaiserin Maria Theresia bestätigt. Intimat an den Oberstkämmerer und dem Obersthofmar­schall. f. 477 v — 478 r. 31. Hofparteienprotokoll 1766. 645 1766 Jänner 5, Wien. Roche Le Jeune und Louis Martel, Tapezierer im Hofdienste des verstorbe­nen Kaiser Franz L, werden ab 1. Dezember 1765 zur Ausbesserung der niederländischen Spaliere mit jährl. je 480 Gulden aufgenommen, worüber die Hofbesoldung bei der Hofkammer angewiesen wird. f. 3 r. 646 1 766 Jänner 12, Wien. Joseph Fellner, Hofgärtner im Belvedere, erhält jährlich je 5 Klafter Buchen- und Tannen-Brennholz bewilligt. f. 11 v. 12 r. 647 1766 Februar 8, Wien. Philipp Hirnschall, Hofgärtner zu Hetzendorf, erhält heuer noch 6 Klafter Tannen-Brennholz angewiesen. f. 40 r. 648 1766 Februar 28, Wien. Leopold Wolff, adjungierter Kristallschneider, wird nach dem Tode des Hofkristallschneiders Paul Schmid, ab 1. März 1764 mit jährl. 300 Gulden Hofbesoldung zum k. k. Hof-Kristallschneider ernannt und die Besoldung angewiesen. f. 65 rv. 649 1766 März (12. — U.) Wien. Der Oberstsilberkämmerer Graf von Dietrichstein und der Untersilber­kämmerer von Brockhausen fragen an, ob für das 1765 (siehe nro. 639) zum Verkauf ausgewählte Altsilber der von der Kaiserin Elisabeth zurück­gelassene Tafel-Sourtout an Stelle anderen Altsilbers ausgenommen werden darf. Res.: Placet. f. 81 v — 83 r. Bewilligung hiezu vom 17. März 1766. f. 85 rv.

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