Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
664 Archivberichte Oktober 1764 als noch die Orangerie im Belvedere war, je 5 Klafter Buchen- und Tannen-Brennholz als Deputat gegeben wurden. Da aber die Hälfte der Glashäuser im Belvedere aufgelassen wurden, hätte er deshalb auch nur die Hälfte Brennholz erhalten und für sich hat F. selbst 2 Klafter Tannen- Brennholz angesetzt. Dies sei allerdings zu wenig. Es wird für F. und seinen Gesellen daher 2 Klafter Buchen- und 6 Klafter Tannen-Brennholz vorgeschlagen, wie es der Hofgärtner Hätzl erhält oder wie der Hofgärtner zu Hetzendorf, (je 4 Klafter Buchen- und Tannen-Brennholz.) Res.: Keine weitere Zulag, welen alda weder Orangerie noch extra Früchten haben will. f. 74 v — 77 r. Dekret darüber an Generalbaudirektor vom 18. Februar 1765. f. 84 r. 639 1765 April 8, Wien Der Oberstsilberkämmerer schlägt die Anschaffung von Hoftafelsilber im Werte von ca. 1000—1100 Gulden vor. Dafür soll der nicht mehr im Gebrauch stehende kaiserl. elisabethinische (Tisch-)Sourtout nebst zwei „Straff“-Becher als Altsilber um ca. 806 Gulden 24 Kreuzer verkauft werden, sodaß also nur einige hundert Gulden zu bezahlen wären. Res.: Placet. f. 169 r — 170 r. 640 1765 April 9, Wien. Dekret an den Oberstsilberkämmerer, daß die Anschaffung des Hoftafelsilbers genehmigt wird, jedoch vom Altsilberverkauf die beiden „Straff- Becher als ein Alterthum“ für das Büffet ausgenommen werden sollen. f. 177 rv. Anweisung von 1948 Gulden 11 Kreuzer für gekauftes Hoftafelsilber an einem nicht namhaft gemachten Goldschmied. f. 177 v — 178 v. 641 1765 Juni U, Wien. Joseph Rausch von Traubenberg, Sohn des (Hofmalers und) Galerieinspektors (Martin) Rausch von Traubenberg, erhält den Titel eines k.k. Galerie- Inspektors-Adjunkten, ohne Besoldungsvermehrung verliehen. f. 237 r. 642 1765 Juni (27.) Verzeichnis des nach Innsbruck abgegangenen Hofstaatspersonals und deren bewilligte tägliche Kostgelder: Oberstkämmererstab: Tapezierergeselle 36 Kreuzer. f. 265 r. 643 1765 Dezember 13, Wien. Roche Le Jeune und Louis Martel, Tapezierergesellen im Dienste des verstorbenen Kaiser Franz I., bisher zur Ausbesserung der niederländischen Spaliere verwendet, bitten um Hofdienste zur Fortsetzung ihrer Arbeit. Roche Le Jeune, bisher mit 1200 Livres, hiesige 480 Gulden Besoldung, bittet ab 1. November um ein Quartier in der Stadt, sowie Holz zum Heizen und um ein Kerzen-Deputat, welches er bisher mit Louis Martel im kaiserl. Gartenhaus auf der Wieden genossen hat. Louis Martel, erhielt anfänglich 15, später 18 Gulden monatlich, jährlich 180 Gulden Besoldung, hätte aber mit diesem Einkommen mit seiner Familie, ohne Schulden zu machen, nicht bestehen können. Die von seiner Gattin aus Lothringen mitgebrachten eigenen Mittel seien nach und nach verzehrt worden. M. bittet gleich seinem Kameraden Roche Le Jeune, um dessen gleiche Besoldung, sowie um ein kleines Hofquartier in der Stadt, nicht weit vom Hof entfernt, um seiner Arbeit desto besser nachkommen zu können.