Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

BROUCEK, Peter: Alexander Ypsilantis Gefangenschaft in Österreich

550 Miszellen que vous dira le sieur Poulet, notre ingénieur, que nous vous envoyons pour vous servir en attendant et pour conférer plus particuliérement avec vous de notre part. (Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, Collection diplomatique, Karton 6). Alexander Ypsilantis’ Gefangenschaft in Österreich. Von Peter Broucek (Walen). Bald nach der endgültigen Niederwerfung der französischen Revo- lution durch die Besiegung Napoleons wurde Europa neuerlich von einer Reihe von Aufständen und Volkserhebungen erschüttert, deren bedeu­tendste vor 1830 die Erhebung der Griechen gegen die türkische Fremd­herrschaft war. Sie war auch in Europa die erste, die, wenn auch nach langen, schweren Auseinandersetzungen, zum Erfolg führte. Die Haltung, die Metternich als leitender Staatsmann der der Türkei benachbarten Großmacht Österreich einnahm, ist schon des öfteren behandelt worden1). Es ist bekannt, daß Metternich alle Revolutionen auf eine gemeinsame geistige Wurzel zurückführte, daß „es ihm nicht gegeben war, in der Erhebung der Griechen anderes zu sehen als ein Werk der Partei der Unordnung, eine Bedrohung der Throne und aller alten gesellschaftlichen Institutionen“ 2). Und nur von diesem Standpunkt aus, der ihm vor­schrieb, die Erhebung in Griechenland zum mindesten zu lokalisieren und eine Änderung der Machtverhältnisse durch das Eingreifen Rußlands zu verhindern, ist die Haltung gegenüber dem Mann zu verstehen, der als Werkzeug zur Entfachung des Aufstandes am Balkan verwendet wurde: wir meinen Alexander Ypsilantis. Als dieser Abkömmling einer griechischen Fanfariotenfamilie und russische General als Haupt des griechischen Geheimbundes Philiké Hetairea am 7. 3. 1821 in die Moldau einmarschierte, hoffte er bei seiner Tat sowohl auf die Hilfe des Auslandes, in erster Linie Rußlands, als auch auf die Erhebung der Bevölkerung nicht nur in Griechenland, sondern dern auch in der Moldau und in der Walachei. Als diese seine Erwar­tungen, wie er bald gewahr wurde, nicht zutrafen, sondern im Gegenteil U An Spezialliteratur seien genannt: Karl Mendelssohn-Bartholdy, Die orientalische Politik des Fürsten Metternich, Histor. Zeitschrift, 18. Bd., 1867, S. 41-S. 76; Helene Ypsilanti, Metternichs Stellung zum griechischen Frei­heitskampf, Wr. ungedr. Dis. 1927; Alfred Roth, Theodor Vladimiirescu und die Orientpolitik, Wr. ungedr. Dis. 1941; Monika Günther: Das Verhalten Englands und Österreichs zum Griechischen Aufstand in den Jahren 1821 bis 1827, Wr. ungedr. Dis. 1957. In den beiden letztgenannten Arbeiten auch die gesamte weitere Literatur. 2) Heinrich v. Srbik, Metternich, der Staatsmann und der Mensch, 1. Bd. S. 609.

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