Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)
RAINER, Emil: Der Abenteurer Sardan
Miszellen 533 gefangen gesetzt wurde, weil Sardan dies als notwendig für die Sicherung des Planes angegeben hatte18). Allerdings bat er bald um die Freilassung Rifards 32). Um diese Zeit konnte auch Marton aus dem Gefängnis nach Hause entkommen. Sardan teilte Don Juan mit, Marton arbeite so gut, daß binnen wenigen Tagen in Poitou eine schreckliche Erhebung von 20.000 Mann folgen würde. Audijois sei bereits Herr des ganzen Lavedantales; zwei andere Mitglieder der Konföderation hielten sich in seiner Nähe auf und würden ihrerseits einen Auf stand von 10 bis 12.000 Mann hervorrufen 18). Das Vertrauen Don Juans trug Sardan viel Geld ein, und die Forderungen und Überweisungen großer Beträge hören in der Korrespondenz Sardans, dessen Decknamen Foncenade wir bereits kennen, nicht auf. Am 12. Dezember 1674 sandte Pedro Coloma an den Marqués de Villa- garcia in Genua einen Bericht über den Stand der Angelegenheit. Nach Abschluß des Vertrages sei Sardan an die französische Grenze gegangen. Von Huesca habe er mehrmals an Castel Rodrigo geschrieben und sich entschuldigt, daß er in der vorgesehenen Zeit keine guten Ergebnisse habe erzielen können, aber in kurzer Frist Erfolge erhoffe. Coloma habe Sardan geantwortet, daß die Verzögerung nichts ausmache, daß man aber erwarte, daß er alles Nötige möglichst beschleunigen werde. In einem Schreiben habe Sardan angegeben, daß er in Huesca habe bleiben müssen, weil ihm ein Spion gefolgt sei, der sich seiner bemächtigen wollte. Elhitte, die Königin möge ihm ihren Schutz nicht entziehen, damit er sein Werk rasch weiterbringen könne. Durch einige beigelegte Briefe aus Paris habe er seinen Eifer nachweisen wollen. Die Königin beauftragte Don Juan, dem Sardan 500 Dublonen zu schicken, aber dieser verlangte auch 500 Dublonen für Audijois, damit dieser seine Truppen verstärken könne. Die Königin ließ Sardan noch 2000 Dublonen überweisen, obwohl noch kein befestigter Platz besetzt worden war 33). Am 22. Dezember schrieb Riomal nach Holland, daß von Sardans Seite niemand bei ihm gewesen sei und daß er keine großen Hoffnungen auf die Versprechungen des „Piloten“ habe34). Am 28. Dezember 1674 übertrug die Königin dem Don Juan die ausschließliche Leitung der Angelegenheit und wies abermals 2000 Dublonen an. Am selben Tage fand eine Sitzung des Staatsrates statt. Dabei kam außer dem Mißtrauen gegen Sardan auch die Besorgnis zum Ausdruck, daß die Verhaftung Rohans das Unternehmen Sardans beeinträchtigen könnte. Ebenfalls am 28. Dezember schrieb Mateo Patino, Privatsekretär Don Juans, an Sardan, man wisse in Madrid von keiner Erhebung, man wisse nur, daß Audijois 200 Mann im Lavedantale habe. Darauf antwortete Sardan, daß sich 10 bis 12.000 Mann angeschlossen haben würden, wenn man rasch Hilfe gesandt hätte16). Auch Riomal wurde immer pessimistischer. Am 22. Dezember schrieb er nach Holland, wenn Sardan seine Versprechungen auch nur zur Hälfte 32) Archivo general Simaneas, Sección Estado, Legajos K 1663 D 23, No. 106. 33) Siehe Anm. 32, No. 100. 34) Japibse a. a. O., Seite 530.