Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

RAUCHENSTEINER, Manfried: Das sechste österreichische Armeekorps im Krieg 1809. Nach den Aufzeichnungen des FZM Johann Freiherr von Hiller (1748–1819)

Das sechste österr. Armeekorps im Krieg 1809 195 des kleinen Biberhaufens bemeistert habe, daß mir Fahrzeuge und Leute fehlen, um ihm die zwei Biberhaufen wieder abzunehmen und daß diese Unternehmung und Besetzung mit weniger als 2.000 Mann und hinläng­lich großen Fahrzeugen, um alles auf einmal übersetzen zu können, nicht mit gutem Erfolg auszuführen möglich. — (Es folgt eine) Meldung, welche auf das Betragen des Feindes in der Lobau sich gründet und daß die Anstalten, den Feind zu empfangen mit 12 bis 15.000 Mann einige Stunden bei einem ernsthaften Angriff auszuhalten, bereits befindlich wären. — (Der folgende) Bericht bestätigt, daß der Feind in der Lobau den 31. Mai beständig unter Gewehr gestanden und daß aus den ange­kommenen Suiten von 30 bis 50 Personen eine große Rekognoszierung müsse geschehen sein; ferner wird in diesem Bericht die Bemerkung gemacht, daß ich mit meinen Truppen im Stande, in der verschanzten Position 4 Stunden den Feind aufzuhalten, bis selber an meine Linie vorzudringen im Stande, daß jedoch bei einem ernsthaften Angriff die rückwärts aufgestellte Armee keineswegs im Stande, wenn sich selbe auch gleich auf den ersten Alarmschuß formiert, noch in rechter Zeit eintreffen zu können; zudem wäre mein Korps von der Spitz bis Eßling aufgestellt und bestünde nur aus 8.380 Köpfen, mit welchem Dienst alle Arbeiten verrichtet werden müßten. — Es ist nicht ohne Zweifel, daß mein Armee­korps das einzige war, welches den größten Dienst und die größte Arbeit hatte und daß die übrigen Korps, außer dem 5., welches in Dienst und Arbeit dem meinigen noch in einem so ziemlichen Verhältnis stand, alle rückwärts ohne großen Dienst und ohne Arbeit standen. — Der Feind hatte sich allgemach von seiner Niederlage zu erholen angefangen, er überzeugte sich, daß unserseits zu keiner Offensive Veranstaltung wäre getroffen worden, im Gegenteil, durch die so ängstlich vorgenommenen Verschanzungsarbeiten, durch das Verschwinden der Armee vom Schlacht­feld glaubte derselbe uns auch in eine solche Lage versetzt zu haben, gegen welche selber auch nichts zu besorgen hätte, im Gegenteil angegen seine offensiven Handlungen wieder anfangen könnte. Alle, die seit 10 und 11 Tagen vom Feind genommenen Maßregeln ließen klar ab­nehmen, daß derselbe jedweden Vorteil zu benutzen im Stande. Seine Armee lagerte in der Nähe von der Lobau und in selber waren hinläng­lich Truppen als auch Verteidigungsanstalten gemacht. Es war demnach höchst wahrscheinlich, daß der Feind die Zeit nicht in einer Untätigkeit zubringen werde, um sich auf alle Fälle sicher zu stellen, da von keiner offensiven Operation etwas zu hören oder zu hoffen war, obwohl Wimpffen alle Gegenden bereist, so glaubte ich, daß es nicht gefehlt sein würde, wenn ich für den Fall eines feindlichen Übergangs aus der Lobau für meine Truppen eine Disposition zum Nachverhalt herausgebe. Den 2, Juni erhielt ich den Befehl, zwischen 3 und 4 Uhr nach Eßling zu kommen. Die ganze Unterredung mit dem E. H. Generaliss. K. H. bestand darin, was eigentlich zu machen wäre und ich beharrte immer 13*

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