Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

RAUCHENSTEINER, Manfried: Das sechste österreichische Armeekorps im Krieg 1809. Nach den Aufzeichnungen des FZM Johann Freiherr von Hiller (1748–1819)

196 Manfried Rauchensteiner auf meinem Vorschlag und das gegenwärtig um so mehr, weil es nun, da man dem Feind so viel Zeit gelassen, wohl noch härter und ohne Gefahr mit Nachteil sich denn zurückziehen zu müssen, nicht geschehen könne, solchen aus der Lobau zu vertreiben. Ich war noch immer überzeugt, daß die beste Operation darin bestünde, gegen die Lobau alle möglichen Defensions-Anstalten allenthalben zu treffen, solche mit hinlänglichen Truppen zu besetzen und mit dem übrigen Teil von Preßburg aus offensiv vorzugehen, daß ich für das Beste des Staates gewunschen hätte, womit S. K. H. anstatt bloß die Brigade Bianchi nach Preßburg zu schicken, das ganze 4. Armeekorps, auch wohl noch mehr, dahin disponiert zu haben, weil die wenigen dahin geschickten Truppen nicht werden ver­mögend sein, den Feind in der gehörigen Entfernung von Preßburg zu halten. Allein alle meine Vorstellungen blieben ohne Erfolg. Wir ritten dann wieder in die vorwärtige Gegend und auch hier stellte ich den Beweis auf, daß eine bloße Avantgarde bei weitem nicht hinlänglich, eine so wichtige Aufstellung, wie dieser unser linker Flügel gegen den Feind sei, mit gutem Erfolg behaupten zu können, daß schweres Geschütz, Arbeiter und Truppen notwendig, um das Notwendige in Stand zu setzen, daß wenn der Feind wirklich seine Absichten auf diesen linken Flügel gerichtet, obwohl schon viele Arbeiten auf diesem linken Flügel verfertigt, welche seinen Angriff gar nicht begünstigen lassen, daß, wenn dieser unser linker Flügel sollte geworfen werden, alle meine Verschan­zungen allsdann verlassen werden müßten. Es wäre daher notwendig, wenn man schon verteidigungsweise Vorgehen wollte, diesen Flügel mit den nötigen Truppen und Artillerie zu versehen, als das Lokale solches er­heische. Ich bewies ferner, daß die feindliche Aufstellung in der Lobau, welche durch die Armee bei Kaiser-Ebersdorf nur über der Brücke auf­gestellt, diese Vorsicht unumgänglich erheische und daß die Aufstellung einer Avantgarde bis jetzt wohl möge hinlänglich gewesen sein, gegen­wärtig angegen unausweislich müsse geändert werden. Doch es geschah nichts und man entschuldigte sich mit Mangel an Geschütz und Truppen, wo doch von beiden Gattungen rückwärts bei der Armee eine hinlängliche Anzahl war, welche zu nichts verwendet gewesen; FML Nordmann mußte demnach mit den wenigen Truppen und weniger Artillerie als Avant­garde aufgestellt bleiben. — An diesem Tag war es, daß mir S. K. H. der E. H. Generaliss. im Namen S. Majestät für meine ausgezeichnet ge­leisteten Dienste die Donation zugesagt, welche ich noch nicht erhalten und die Vorrückung zum Feldzeugmeister versicherte, welches ich jedoch, nachdem es Jüngere geworden, für keine Gnade annehmen wollte. In einem Bericht machte ich die Meldung, daß 3 feindliche Schiffe gegen Wien gefahren und von meiner bei Stadlau aufgestellten Artillerie wären beschädigt und in ihrer Fahrt gehindert worden und daß der Feind den Biberhaufen mit 600 Mann besetzt habe. — (Es folgt) die Bekannt­machung vom E. H. Generaliss. K. H., daß derselbe mit seinem Haupt­

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