Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 497 450 1737 Mai 2, Laxenburg. Andrea Altomonte, kaiserl. Kammer- und Theatral-Zeichenadjunkt, bittet um Besoldungserhöhung, da er für Zeichenmaterial auch aufkommen müsse. Der Direttore della Musica schlägt für A. eine jährliche Besoldungszulage von 200 Gulden vor. Graf Lamberg meint, daß A., der vortreffliche Dienste leiste, nachdem auch der alte Bertoli bei seinem großen Gehalt fast gar nichts oder nur wenig arbeite, zunächst für eine Besoldungserhöhung — wegen Geldmangels — von 100 Gulden würdig wäre; Bertoli hätte dem A. die Requisiten zum Zeichnen beizustellen. Res.: Placet. f. 322 v — 323 v. 451 1737 Mai 15, Wien. Andreas Altomonte, kaiserl. Theatral-Zeichenadjunkt, erhält seine bisherige jährl. Besoldung von 400 Gulden ab 1. April 1737 um 100 Gulden erhöht. Weiters wird verfügt, daß Bertoli ihm die zu seinem Dienste erforderlichen Requisiten, wie indianische Tusche, holländisches Papier, Englisch-blau etc. beizustellen habe, worüber der Hofkontrollor die Anweisung auszufertigen hat. f. 346 r v. 452 1738 März 2U, Wien. Theresia von Bürden wird auf Grund des Intimates des Oberstkämmerer­amtes vom 3. März 1738 nach ihrer verstorbenen Mutter, der kaiserl. Kam­merstickerin Anna Katharina von Bürden, ab 1. Februar 1738 mit jährl. Besoldung von 240 Gulden als kaiserl. Kammerstickerin aufgenommen, worüber der Hofkontrollor die Anweisung und für die Bürdischen Erben die Abrechnung auszufertigen hat. f. 431 r v. 453 1738 März 2U, Wien. Ferdinando und Giuseppe Bibiena, Vater und Sohn, gewesener und gegen­wärtiger kaiserl. erster Theatral-Ingenieur, haben am 6. September 1737 in einer gemeinsamen Bittschrift angezeigt, daß die Pension des Vaters von 3700 Gulden und seines Sohnes von 700 Gulden, die in Mailand ange­wiesene Pension und Hofbesoldung seit 1733 wegen der Kriegszeiten und trotz wiederholten Versuchen bei den hiefür zuständigen Mailändischen Stel­len nicht bezahlt werden konnten. Der Direttore della Musica, Graf von Lamberg berichtet, daß Giuseppe Galli Bibiena als kaiserl. zweiter Theatral- Ingenieur seit 1716 die jährl. Besoldung von 1080 Gulden an die hiesige Hofkammer und jährlich 700 Gulden an den „Mayländischen Fundum“ ange­wiesen worden wären; er hätte daher seit 1723 mit einer jährl. Besoldung von 1780 Gulden, da er nach Resignation seines Vaters (Ferdinand Galli Bibiena) an dessen Stelle als kaiserl. erster Theatral-Ingenieur getreten wäre, ohne Besoldungsverbesserung gute und fleißige Dienste geleistet. Giuseppe Galli Bibiena habe sich lediglich damit begnügt, daß sein jubi­lierter Vater ihm die Hälfte seines jährl. Einkommens von 3700 Gulden freiwillig überlassen habe. Nachdem aber seit 1733 weder der Vater seine Pension, noch der Sohn die gedachte Zubusse und seine Besoldung erhielten, meint Graf von Lamberg: 1. daß Giuseppe Galli Bibiena mit Rücksicht auf seine „virtuosen Dienste“ mit der angewiesenen Besoldung von 1080 Gulden, da doch dem Vor­gänger in seiner Stellung, der „weit nicht so virtuos“ war, eine sehr große Besoldung gegeben wurde, wäre ihm jährlich 2500 Gulden Besol­dung anzuweisen, und 2. dem Vater und Sohn gebührten von 1733 bis Ende Juni 1737 insgesamt 16.490 Gulden und um diesen Verlust, insbesondere dem fleißig dienen­den Sohne zu kompensieren, und Mitteilungen, Band 16 32

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