Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
496 Walter Pillich 444 1736 März 17, Wien. Gaetano Rosa, Maler am kaiserl. Hof-Theater, hat am 6. November 1735 um ständige Jahresbesoldung zum Unterhalt für sich und seine zahlreiche Familie gebeten. Der Cavaglier Direttore della Musica, Graf von Lamberg, weiß, daß R. für jede geleistete Arbeit bezahlt wurde und befürchtet üble Folgen, wenn dem Bittsteller eine ständige Besoldung bewilligt werden würde. Bescheid, daß der Bittsteller mit seinem Ansuchen abzuweisen sei. f. 196 v, 197 r. 445 1736 März 22, Wien. Philipp Christoph Becker wird auf Grund seines am 20. März 1736 vom Oberstkämmereramt erhaltenen Intimates nach dem am 15. März 1736 verstorbenen Johann Michael Hoffmann zum kaiserl. Kammer-Siegel- und Steinschneider ab 15. März 1736 mit einer jährlichen Besoldung von 240 Gulden aufgenommen, worüber der Hofkontrollor die Anweisung und für die Erben Hoffmanns die Abrechnung auszufertigen hat. f. 201 v. 446 1736 Mai 18, Laxenburg. Martino Tornevilla, Buchbinder des verstorbenen Prinzen Eugen und seit vielen Jahren für die neu errichtete kaiserl. Bibliothek beschäftigt, bittet um die Verleihung des Titels eines kaiserl. Hofbibliothek-Buchbinders, um damit den von den bürgerl. Buchbindern ausgehenden Verfolgungen zu entgehen. Der kaiserl. Bibliotheks-Präfekt (Pius Nikolaus) von Garelli berichtet, daß man T. gleich bei Errichtung der Bibliothek als besoldeten Buchbinder aufgenommen habe, wenn die Mittel hiezu gereicht hätten, nun sei die wirtschaftliche Lage noch weniger günstig. Da aber T. schon seit Jahren gute Dienste leiste und er in seiner „Professio excelliere“, wäre der Bittsteller zu empfehlen. Das Obersthofmeisteramt hat, da T. nur den Titel und keine Besoldung anstrebe, nichts dagegen einzuwenden. Res.: „Placet wie der Supplicant begehrt Carl.“ f. 222 r v. 447 1736 Juni 8, Wien. Ehrendekret für Martin Tornevilla als unbesoldeter kaiserl. Hof- und Bibliotheks-Buchbinder. f. 223 v — 224 v. 448 1736 August 1U, Wien. Maria Viktoria König von Pämbshausen, Witwe nach dem vor einigen Monaten verstorbenen kaiserl. Kammer-Edelsteinschneider Franz Joseph König von Pämbshausen, mit 7 unversorgten Kindern, hat am 4. April 1736 auf Grund der geleisteten 50jährigen Dienste ihres Gatten um eine lebenslängliche Gnadenpension gebeten. Es sei zwar ungewöhnlich, daß Witwen nach Kammerkünstlem eine Pension erhielten und schon aus Präzedenz- gründen sei dies zu vermeiden. Da aber die Bittstellerin einer Hilfe würdig sei, wird eine einmalige Abfertigung von 400 Gulden vorgeschlagen. Res.: Placet. f. 243 r v. 449 1736 September 6, Wien. Maria Victoria König von Pämbshausen, Witwe nach dem kaiserl. Kammer- Edelsteinschneider Franz Joseph König von Pämbshausen, erhält auf Grund der 50jährigen Dienste ihres Mannes eine einmalige Gnadenabfertigung von 400 Gulden, worüber der Hofkontrollor die Anweisung auszufertigen hat. f. 265 y.