Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 491 Savója meint, daß Z. wegen seines Fleißes und seiner eifrigen Dienstverrichtung einer Besoldungserhöhung von 200 Gulden würdig wäre. Das Obersthofmeisteramt meint dazu, daß früher der Dienst des kaiserl. Theatral- Sekretärs mit dem Dienst des Theatral-Adjutanten vereinigt war, weshalb der Bittsteller abzuweisen wäre. Bes.: Zilly solle bei seinem Dienst verbleiben und man werde weiter sehen, ob der Dienst zu ersetzen sei oder nicht. f. 424 r — 425 r. 414 1732 Mai 15, Wien. Antonio Corradini, Statuarius, hat die neue „Josephinische Säule“ (Vermählungs-Brunnen bzw. Josefs-Brunnen) in Wien am Hohen Markt errichtet und bittet, in die Dienste des Kaisers mit einer jährl. Besoldung von 2.000 Gulden treten zu dürfen. Der kaiserl. Hofbauamtsdirektor Graf Althann hat sich mit C. geeinigt, daß er 1500 Gulden Jahresbesoldung und, solange kein Hofquartier frei sei, weitere jährliche 500 Gulden Wohnungsgeld, zusammen 2.000 Gulden, erhalten solle. Hiefür hätte C. alle vom kaiserl. Hof ihm aufgetragenen Arbeiten unentgeltlich auszuführen. Das Obersthofmeisteramt hat einen Vertragsentwurf mit C. vorgelegt. Res.: „placet und approbire die puncten. Carl“. f. 439 v — 441 r. 415 1732 Mai 24, Wien. Antonio Corradini wird als kaiserl. Hof statuarius mit jährl. 1500 Gulden Besoldung und jährlich 500 Gulden Quartiergeld, bis zum Freiwerden eines Hofquartiers aufgenommen, wofür er alle anfallenden Hofarbeiten zu machen hat. Der Hofkontrollor hat hierüber die Besoldungsverordnung auszufertigen. f. 442 r. 416 1732 Mai 24, Wien. Ehrendekret für Antonium Corradini als kaiserl. Hof-Statuarius (kaiserl. Hofbildhauer). f. 442 v — 443 v. 417 1732 Mai 24, Wien. Fabio Zilly, kaiserl. Hof-Theatral-Adjutant, bittet neuerlich um Besoldungserhöhung, wozu schon der Musikdirektor Pio di Savója seinerzeit geraten hat (siehe nro. 413). Z. wird neuerlich abgewiesen, da er nicht auch die Arbeit des Hof-Theatral-Sekretärs versehe, wie dies früher war. Daher solle sich Z. mit seinem Gehalt zufrieden geben. f. 456 v — 457 v. 418 1732 Dezember 4, Wien. Bewerber um die Stelle des kaiserl. Mundschenks: Wenzel von Streittberg, Schatzmeister zu Prag und Titular-Kammerrat, wirkl. kaiserl. Vorschneider. Nach dem Gutachten sei St. mit seiner Schatzmeisterstelle stets an Prag gebunden und könne daher nicht am Kaiserhof in Wien für diesen Dienst gegenwärtig sein. f. 510 r — 511 r. 14. Hofparteienprotokoll 1733—1734. 419 1733 Jänner 17, Wien. Maria Regina Stiller, Witwe nach dem im Dienst auf der Prager Reise am 1. Juni 1732 zu Tabor verstorbenen kaiserl. Hoftapezierer Matthias Stiller, um Gnadenpension. Stiller, seit 1703 in Spanien kaiserl. Tapezierergehilfe, wurde nach dem Tode des kaiserl. Tapezierers (Wenzel) Marcellini am 10. September 1720 mit jährlich 150 Gulden Besoldung und täglichem Kostgeld von 1 Gulden als kaiserl. Tapezierer aufgenommen. Die mittellose