Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

492 Walter Pillich Witwe, ohne Kinder, erwähnt die 29jährigen Dienste ihres Gatten, die er in Spanien und auf den Reisen und Feldzügen, sowie bei 5 Krönungen, zwei Reisen nach Wolfenbüttel, Begleitung der Erzherzoginnen nach Sachsen und Bayern, sowie allen anderen Haupt- und Lustreisen leistete. Das Oberst­hofmeisteramt erwähnt, daß es ungewöhnlich sei, derlei Witwen eine Pen­sion zu geben und kein ähnlicher Fall vorläge. Nach dem Tode des 1720 verstorbenen kaiserl. Hoftapezierers (Wenzel) Marcellini erhielt dessen Witwe mit einem minderjährigen Kinde jährlich 75 Gulden. Es wird daher geraten, um solche Fälle künftig zu vermeiden, der Bittstellerin eine Ab­fertigung von 150 Gulden zu geben. Res.: „Können ihr, weil ihr Mann so lang und gut gedient, auch noch von den wenigen die mit Mir waren 100 Gulden jährlich /: worauff andere nicht exemplificieren können:/ geben werden.“ f. 2 r — 3 v. 420 1733 Jänner 17, Wien. Andrea Altomonte, Zeichner, hat am 12. Oktober 1732 unter Angabe, daß er von Jugend auf sich aufs Zeichnen verlegte und seine Arbeiten von Sachverständigen „hoch und werth gehalten werden“, um Anstellung als Adjunkt des Dissegnatore die Camera Bertoli, der seine Arbeiten am besten kenne, gebeten. Der Musikdirektor Graf von Lamberg berichtet, daß A. nicht nur das Zeichnen gut verstehe, sondern auch besonders die „Per- sonagen und dero fürstellenden Caracter“ vorzüglich wiederzugeben weiß, wie es bei den früheren Opern war, wo er unter der Direktion des Bertoli die Zeichnungen verfertigte. Da Bertoli, der durch vielseitige andere Ar­beiten und die ihm anvertraute Galerie sowie wegen seines schlechten Augenlichtes sich nicht mit Zeichnen beschäftigen könne, wäre die Auf­nahme A. in kaiserl. Diensten als Adjunkt Bertolis mit mittlerem Gehalt empfehlenswert. Die „Concertations Commission“ meint hiezu, daß Bertoli ohnehin so hoch besoldet sei und für die Zeichnungen einen jährlichen Gehalt von 1200 Gulden hätte. Sollte der Kaiser dennoch A. aufnehmen wollen, so wäre ein Drittel der Bertolischen Besoldung, nämlich 400 Gul­den, zu empfehlen. Res.: „Diesen kan mann wegen seiner guten disposition mit denen eingerathenen 400 Gulden auffnehmen.“ f. 22 v — 24 r. 421 1733 Jänner 17, Wien. Fabio Zilli, kaiserl. Theatral-Adjunkt mit jährlich 600 Gulden Besoldung, bittet um Besoldungserhöhung, wie sie sein Vorgänger im Amte hatte, näm­lich jährlich 1200 Gulden. Der Musikdirektor schlägt eine jährliche Besol­dungserhöhung von 200 Gulden vor. Res.: Placet. f. 33 r — 34 v. 422 1733 April 21, Wien. Maria Regina Stiller, kaiserl. Tapeziererswitwe, erhält ab 1. Juli 1732 eine jährliche Pension von 100 Gulden bewilligt, worüber der Hofkontrollor die Anweisung auszufertigen hat. f. 86 r v. 423 1733 April 21, Wien. Andreas Altomonte wird mit jährl. Besoldung von 400 Gulden als kaiserl. Kammerzeichner-Adjunkt aufgenommen, worüber der Hofkontrollor die Be­soldungsanweisung auszufertigen hat. f. 93 v. 424 1733 April 21, Wien. Fabius Zilly, kaiserl. Theatral-Adjunkt, erhält die bisherige jährliche Be­soldung von 600 Gulden um 200 Gulden erhöht, worüber der Hofkontrollor die Anweisung auszufertigen hat. f. 98 r v.

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