Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 15. (1962)

MISKOLCZY, Julius: Das Institut für ungarische Geschichtsforschung in Wien und seine Publikationen

REZENSIONEN Allgemeine und politische Geschichte Zöllner Erich, Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag für Geschichte und Politik. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1961, 672 S. Lange hat man in Österreich auf ein auf den modernen Stand der Ge­schichtswissenschaft gebrachtes, für Forscher, Studenten und Freunde der Geschichte gleichermaßen geeignetes Handbuch warten müssen. Abgesehen von der großangelegten zweibändigen Geschichte von Hugo Hantsch, zu der jetzt noch ein dritter Band kommen soll, sind wohl zahlreiche kleinere Zusammenfassungen der österreichischen Geschichte erschienen, die aber alle sehr zu wünschen übrig ließen. Das ausgezeichnete Werk von Hantsch aber ist kein Handbuch, sondern eine Darstellung, die zur Lektüre und zur Vertiefung, weniger aber zum Erwerben von Kenntnissen geeignet ist. Ihr zur Seite tritt nun das vorliegende Werk des Ordinarius für neuere öster­reichische Geschichte an der Universität Wien. Gleich im voraus kann gesagt werden, daß es kaum einen Wunsch offenläßt. In klarer, einfacher Sprache werden alle Aspekte der verwickelten und vielschichtigen Ge­schicke unseres Landes von der Urgeschichte bis zum Staatsvertrag 1955 in erstaunlicher Vollständigkeit und Sachlichkeit erfaßt und dargestellt. Durchaus zu begrüßen ist, daß die in den früheren Handbüchern einen so großen Raum einnehmende böhmische und ungarische Nationalgeschichte fortgelassen ist. Die Darstellung bleibt auf die Ereignisse in den Erb­landen und die Geschichte des Gesamtstaates beschränkt, dazu kommt noch die früher nicht behandelte Geschichte der später hinzugekommenen Län­der, des Erzstiftes Salzburg und des Burgenlandes. Autor und Verlag haben sich bei diesem Werk viel vorgenommen. Es sollte neben der politischen auch die Siedlungs-, Wirtschafts- und die ge­samte Kulturgeschichte in den Hauptzügen enthalten und überall den neuesten Stand der Forschung berücksichtigen. Trotzdem sollte die Lesbar­keit erhalten bleiben. Auf den Kleindruck, das Merkmal der Handbücher zur Kennzeichnung der für den Gang der Ereignisse weniger bestimmenden Detailfragen und Exkurse, wurde verzichtet. Dies alles wurde nicht einem Team von Fachleuten, sondern einem Einzelnen anvertraut, der freilich durch seine lange akademische Lehrtätigkeit über umfassende Vorarbeiten verfügen konnte. Besondere Vorzüge sind das genaue Eingehen auf die Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte und — wie es der Vf. im Vorwort als Ziel angibt — 38*

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