Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

NECK, Rudolf: Ein eigenhändiges Testament Ulrichs von Eizing (1441)

234 Rudolf Neck staurierung nicht mehr erwartet werden kann. Fast zur Gänze zerstört sind die Siegel der Urkunden. Die Verluste lassen sich im übrigen in ihrer ganzen Tragweite auch bei den Urkunden nicht überblicken, da sich im Verlaufe der Ordnungsarbeiten herausstellte, daß Wilhelm und Kallbrunner bei der Anlegung ihres gedruckten Inventars offenbar nicht alles aus dem Archiv zu Gesicht bekommen haben und die Regesten nicht vollständig sind. So wurden trotz der Verluste 43 Urkunden bis 1450 neu festgestellt, die nicht im gedruckten Verzeichnis auf scheinen. Von den Handschriften sind bis heute über 1300 Bände wieder benutz­bar. Sie werden laufend durch Restaurierungen vermehrt. Die Handschrif­tenabteilung wird nach Abschluß dieser Arbeiten voraussichtlich weit über 1500 Bände umfassen. Trotzdem sind auch hier bereits auf Grund der alten Behelfe und des gedruckten Inventars ganz erhebliche Verluste zu beklagen. Besonders schmerzlich ist es, daß der bereits oben erwähnte Codex des Ste­fan Eizinger, das Kopialbuch der Urkunden bis 1538 *•), bisher nicht auf­getaucht ist und als verloren gelten muß. Nur der zweite, separierte Index- Band dazu ist noch vorhanden. Wenig befriedigend ist die Situation vorläufig noch bei den Akten des Grafenegger Archivs. Sie wurden bereits nach dem Inhalt grob geordnet, verpackt und in folgende Gruppen eingeteilt: 1) Familienarchive (Korrespondenzen und Familienakten besonders der Familien Eizinger, Breunner und Enckevoirth seit dem 16. Jahrhun­dert), 26 Kartons. 2) Ältere Herrschaftsakten, 509 Kartons. 3) Jüngere Wirtschaftsakten (19. und 20. Jahrhundert) 234 Faszikel. 4) Patente, Urkundenabschriften, Papierurkunden u. dgl., 12 Kartons. Die Aufstellungsfläche im Archiv beträgt für Handschriften und Akten — die Urkunden werden gesondert verwahrt — über 140 laufende Meter. Dazu kommen noch mehrere große Kisten von Material, das gleich von vorneherein für die Restaurierung ausgeschieden werden mußte. Wegen der Überlastung der Restaurierwerkstätte konnten seit 1955 — nachdem in den vorangegangenen Jahren die Restaurierarbeiten der Buch­binder des Haus-, Hof- und Staatsarchivs fast ausschließlich dem Grafen­egger Archiv galten — die Arbeiten nur mehr in stark eingeschränktem Maße fortgesetzt werden. In erster Linie werden die Reste der Urkunden- und Handschriftenabteilung Jahr für Jahr in kleineren Partien wiederher­gestellt, an den Akten wurden bisher nur die ärgsten Schäden behoben, um einer weitergehenden Gefährdung vorzubeugen. Dazu kam noch, daß im Laufe der Ordnungsarbeiten infolge der starken Verunreinigung der Gra­fenegger Archivalien bei einem Bearbeiter ein Ekzem an beiden Händen aufgetreten ist und daraufhin die Tätigkeit unterbrochen bzw. einge­schränkt werden mußte. An eine Benutzbarkeit wird auch in nächster Zeit daher nur bei den Urkunden und Handschriften und bei den unter 1) und 4) i«) Wilhelm Kallbrunner, a. a. O., S. 3, vergl. oben S. 231, Anm. 14.

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