Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

GOLDINGER, Walter: Die Erstlingsschrift des P. Abraham a Sancta Clara

Die Erstlingsschrift des P. Abraham a Sancta Clara 109 omnia vanitas m). Doch unterläßt er es nicht hinzuzusetzen: preter amare Deum et illi soli servire 47 48 *). Im folgenden wendet sich der Autor an den Leser. Er weist darauf hin, er habe 1660 zwei Büchlein drucken lassen mit dem Titel Electuarium, zu Deutsch Geistlicher Krafft- oder Lebzelten. Je 5 Blumennamen, deren Heil­wirkung er beschreibt, ergeben nach ihren Anfangsbuchstaben die Namen JESVS und MARIA. Nämlich: Jovis flos-Jasmin; Euphrosia- Augen­trost; Scorconegra-Schlangenkraut; Virga aurea- Guldinruetl; Solis flos Helitropium-Sonnenblume. Auf der anderen Seite: Malva- Pappel; Amaran- thus-Tausendschön; Rosa-Rose; Iris Germanica-Schwertblume; Aquilegia- Aggley. Zitiert werden dabei ein Kräuterbuch des Dr. Hieronymus Bockh48), Plinius und Discorides, liber I. sowie Adam Lonicer50). Dann beginnt der eigentliche Totenspiegel, Kupferstiche mit Toten­köpfen, von Musikinstrumenten, liturgischen Gegenständen und Gewändern umgeben, zu jedem ein Bibelspruch, eine Erläuterung und eine Oration. Über dem Totenkopf befindet sich ein Kardinalshut mit der Erklärung, auch ein solcher Hut müsse an den Tod glauben. Über dem 11. Kopf liegt die reichsadelige Helmdecke seines Wappens, der Wappenschild erscheint im 12. Bild mit der Umschrift Notas mihi fecisti vias vitae et replebis me iucunditate cum facie tua. Act. 2, 28. Den 13. und letzten Totenkopf um­geben alle Musikinstrumente, die einzeln schon vorher vorgekommen sind. Abraham Megerle sagt ihnen jetzt den Dienst auf, sie mögen sich einen anderen Herrn suchen. Denn das ist seiner Erkenntnis letzter Schluß: Ich sih das alles eytel ist/- Ist eytel / eytel / eytel./ Nit eytel ist allein Gott lieben/ Allein darzu ihm dienen51); Allein diß wird dich nit betrüben, Ist alles sonst eytel / eytel. Zuletzt noch ein Wort über die Bildnisse, die Abraham Megerle dar­stellen. Eines geht als Titelblatt dem Speculum musico-mortuale voran. Es zeigt Megerle in der Tracht eines Kanonikers mit Kopfbedeckung, um­rahmt von allegorischen Figuren und seinem Wappen in einem Lorbeer­kranz. Eine wesentliche Übereinstimmung besteht mit einem Kupferstich, der sich in der Porträtsammlung der Nationalbibliothek in Wien befindet. Dieser ist sogar datiert: Aetatis suae 57, anno 1663, natus 1607, die 9. Febr. Hier findet sich auch die von Megerle im Speculum neben sein Wappen 47) Ecclesiastes 1, 2. 48) Thomas a Kempis, De imit. Christi 1, 6. 48) Alig. deutsche Biographie 2, 766. 5«) Ebd. 19, 157 f. 51) Übersetzung der früher gebrachten lateinischen Zitate. Siehe oben Anm. 47, 48.

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