Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)
PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
600 Literaturberichte graphisch und künstlerisch bedeutsame Grazer Stadtansicht aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts („Eine bisher unbeachtete Grazer Stadtansicht des 17. Jahrhunderts“, Seite 163—173). K. Bracher befaßt sich mit „Lettnern in steirischen Pfarrkirchen“ (Seite 293—301), deren seinerzeitiges Vorhandensein in gotischen Pfarrkirchen er in einer großen Zahl von Fällen urkundlich belegen kann. H. Klein erbringt ergänzend zu den Forschungen Popelkas zwei Nennungen des Ortsnamens „Judendorf“ — Ansiedlungen von Juden an alten Handelswegen durch die Alpen, vor allem im Gebiet des alten Karantanien — im Lande Salzburg („Judendörfer im Salzburgischen“, Seite 65—68). Verkehrs- und Handelsproblemen gewidmet ist auch der Aufsatz von F. T r e m e 1, „Zur Geschichte des Viehhandels aus Steiermark nach Tirol“ (Seite 95—101), der nachweist, daß im 16. und am Beginn des 17. Jahrhunderts neben dem traditionellen Export von Schlachtvieh nach Italien auch eine Ausfuhr in die auf Lebensmittelimporte angewiesenen Bergbaugebiete Tirols und nach Bayern bestand, gegen die von den Bergbausiedlungen in der Steiermark wegen Gefährdung ihrer Versorgung heftig opponiert wurde. R. Puschnig schildert die „Entstehungsgeschichte der Kronprinz-Rudolf-Bahn“ (Seite 105—127), jener Eisenbahnverbindung vom Raum der Ennsmündung über die steirischen und Kärntner Industriegebiete nach Villach, deren Teile jetzt ganz anderen Durchzugsstrecken angehören, sodaß das Bewußtsein ihrer früheren Zusammengehörigkeit der Allgemeinheit heute meist entschwunden ist. H. Ebner („Der Stadelhof, Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Hochmittelalters“, Seite 69—79) arbeitet diesen im hohen Mittelalter in Süd-, aber auch in West- und Norddeutschland weit verbreiteten Typus eines vorwiegend der Getreideproduktion dienenden Großhofes heraus, unter besonderer Heranziehung der urkundlichen und ortsnamenkundlichen Belege in der Steiermark. Diese Studie gehört zum Teil schon in den Bereich der Siedlungs-, Besitz- und Herrschaftsgeschichte, dem auch die im Folgenden zu besprechenden Arbeiten angehören. F. Posch vermag an Hand genauer urkundlicher, besitzgeschichtlicher und fluranalytischer Untersuchungen nachzuweisen, daß der Ortsname Guntarn — die erste deutsch benannte Ansiedlung auf Grazer Boden —, der im Anfänge des 15. Jahrhunderts verschwindet, durch St. Leonhard abgelöst wurde; es gelingt ihm damit die genaue Lokalisierung dieses Meierhofes am Fuß des Schloßberges, den er als bald nach 1050 errichteten Ausgangspunkt der aribonischen Siedlung und Rodung in der Oststeiermark in Anspruch nimmt („Guntarn—St. Leonhard. Zur ältesten deutschen Besiedlung des Grazer Bodens“, Seite 141 bis 156). H. Appel t („Das Diplom Friedrich Barbarossas für St. Lambrecht vom 3. März 1170“, Seite 235—244) beleuchtet an Hand dieser Urkunde, die er als nach Kanzleidiktat von einem Lambrechter Mönch geschrieben erkennt, die Gegensätze zwischen dem Stift und dessen Vögten, den Herren von Dürnstein, im Raum Köflach-Voitsberg. Die patroziniengeschichtliche Arbeit von H. J. Mezler -Andelberg „Alte Laurentiuskirchen“ (Seite 245—252) mahnt zu äußerster Vorsicht bei Hypothesen über Kontinuität dieses Patroziniums und weist auf dessen weite Verbrei