Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

580 Literaturberichte hauses in Linz bisher kaum bekannte Einzelheiten. Der Druck läßt an eini­gen Stellen (Seite 49, 52, 69 u. a.) zu wünschen übrig. Linzer Regesten aus den Litterae annuae der Jesuiten in der Wiener National­bibliothek, bearbeitet von Dr. Gerhard Rill. Mit den Bänden 3 (Regesten Nummer 1—652, aus den Jahren 1700 bis 1745) und 4 (Regesten Nummer 653—966, aus den Jahren 1745—1773) schließt der Bearbeiter diese Reihe der Linzer Regesten ab. Das überreiche Material des 18. Jahrhunderts mußte strengen Auswahlprinzipien unter­worfen werden, was umso eher vertretbar war, da die Ergiebigkeit hinsicht­lich interessanter Nachrichten im Vergleich zu den früheren Jahren wesentlich zurückblieb. Neben der personenmäßigen Zusammensetzung des Kollegs (jährlicher Personalstand, Todesnachrichten) und Angaben über die wirtschaftliche Lage und Baugeschichte desselben vermitteln die Bände vor allem ein Bild des religiösen Lebens im Linz des 18. Jahrhunderts. Wichtig sind auch die Regesten über das kulturelle Wirken der Jesuiten (Schule, Theateraufführungen), über das „Collegium Nordieum“ und über die Schicksale der Stadt im österreichischen Erbfolgekrieg 1741/2. Die Art der Quelle bringt es mit sich, daß sehr viele Nachrichten nur unter der Jahreszahl — ohne Tagesangabe — gegeben werden können. Der Sach- und Namenweiser für beide Bände ist in Band 4, Seite 425—514, enthalten. Linzer Regesten aus dem Hofkammerarchiv in Wien, Gedenkbücher, bearbeitet von Dr. Paul U i b 1 e i n. Nach den Beständen Linzer Wollzeugfabrik (bearbeitet von Dr. H. Küh­nei, C III F, 1, 2) und niederösterreichische Herrschaftsakten (bearbeitet von Dr. F. Gall, C III F, 3) liegt nunmehr ein Teil des Ergebnisses der von Dr. Uiblein bewerkstelligten Durcharbeitung der Gedenkbücher aus dem Wiener Hofkammerarchiv vor. Diese umfangreiche Reihe enthält be­sonders viel Linzer Material, sodaß sich bis zum Jahre 1599 nicht weniger als 2155 Regesten ergeben, und zwar Band 4 mit Nummer 1—780 aus den Jahren (1372) 1494 bis 1543, mit einer Lücke von 1515 bis 1521, Band 5 mit Nummer 781—1493 aus den Jahren 1543 bis 1570, und Band 6 mit Nummer 1494—2155 aus den Jahren 1570 bis 1599. Die Regesten, die sich durch besonders exakte Formulierung auszeichnen, enthalten hauptsächlich von der Hofkammer an unterstellte Behörden in Linz ausgehende Mandate, Bescheide und Anordnungen; dementsprechend ist vieles zur Entwicklung dieser Ämter, vor allem des Vizedomamts ob der Enns, der Maut zu Linz und der Münze zu Linz, vorhanden, andererseits kommt die Stellung der Stadt als Umschlagplatz — besonders für Salz und Eisen —, als Handels­metropole und als Kapitalmarkt gut zur Geltung. Für die allgemeine Ge­schichte von Bedeutung sind Verfügungen im Zusammenhang mit den Türkenkriegen (1526, 1529, 1532, 1541 und nach 1593) und über die ziem­lich häufigen Aufenthalte der Landesfürsten in Linz. Aus dem Vorwort, das fälschlich als obere Zeitgrenze der drei Bände das Jahr 1600 („ein­schließlich“ ) angibt, ist nicht ersichtlich, bis zu welchem Zeitpunkt die Aus­wertung der Gedenkbücher geführt werden soll. Ein Sach- und Namen­weiser ist noch nicht vorhanden. Einige Angaben für das ebenfalls noch ausstehende Druckfehlerverzeichnis: Band 4, Seite 31, Regest Nummer 131 „In Linz gekommen“ (statt angekommen), „Bürger zu Linz n. Buechleit-

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