Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

VESELINOVIC, Rajko L.: Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen zu Ende des 17. Jahrhunderts. Historisch-geographische und ethnographische Abhandlung

224 Rajkó L. Veselinovic ethnische Grenzen, der nach dem Frieden von Karlowitz von einem guten Kenner (Relazione dello stato antico e moderno de Cle­menti) verfaßt wurde, sind folgende Stammesgrenzen angeführt: Im Osten grenzen sie an Plav, Gusinje und Pilot, im Westen ,an die Stämme Kuci und Gruda, im Süden an jene von Hoti und die Kastraten, im Norden an jenen von Kolasin88 *). Ebenso gut waren die Grenzen von Pilot gegen Serbien bekannt. Im Zusammenhang mit dem Konflikt des Bischofs von Üsküb und Antivari, bzw. von Pilot um die Jurisdiktion über die Diözese des letzteren und wegen gewisser anderer Fragen fand 1703 in Mrkinje (Diözese Alessio) ein sog. albanischer Provinzialsynod statt. Dabei führte der Erzbischof von Antivari, Vicentije Zmajevic als apostolischer Visitator Albaniens den Vorsitz, wobei auch das Bemühen hervortrat, den lang­jährigen Kampf um die kirchliche Zuständigkeit in Pilot zu beendigen. Der Synod beschloß, der Erzbischof von Üsküb und der Bischof von Pilot sollten sich in den Grenzen ihrer Diözesen aussöhnen und einvernehm­lich in Ordnung bringen, was ihnen gesetzlich, d. h. durch ihre Jurisdiktion (jure legitimo) zustehe und von gefährlichen Missionärs-Zwistigkeiten Abstand nehmen. Um dies möglichst bald zu regeln, wurden die seit alters wohlbekannten Grenzen der Diözese Pilot neu gezogen und bezeich­net u. zw. auf Grund alter Denkmäler und des einmütigen Zeugnisses des Volkes 80). Die Diözese grenzte im Süden an den Drimfluß im Bereich von Postrip, im Norden und Westen an die Gebirge Biskusi und Kologero, im Osten an den Fluß Valbona. Dieser bildete zugleich die Grenze gegenüber Ser­bien90). Sogar bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb diese Grenze in Kraft, wie ein Zeitgenosse bestätigt, der Bischof Alexander Blanko von Pilot, dessen Beschreibung seiner Diözese J. Koleti in den VII. Band des Illyricum Sacrum 261—2 (Valbona fluvio a Serblia ... dis­jungitur) aufnahm. Außer diesen zeitgenössischen einheimischen Quellen über die geo­graphisch-ethnischen Grenzen der Stämme Klimenten und Piloten, bzw. Albaniens gegenüber Serbien, sind mir noch zwei publizierte österreichi­88) J. T o m i c, Gradja za istoriju Gornje Arbanije. Spomenik XLII. Beograd 1905, 54. 80) Joannes Dominius Mansi, Sacrorum conciliorum nova et amplissima col­lectio ... Parisiis 1902, 1412: „Ut illi quoque scrissurae praeviis occurramus, quae inter episcopum Pullatensem, et Scuporum arciepiscopum Serviae admini­stratorem futurae dissessionis praenotat detrimenta, in communem fidelium jierniciem, juxta antiqua monumenta, et concordia popu­lorum testimonia, declaramus, Pullatensem episcopatum his esse finibus limitatum. 90) Ebendort: „Qua vero spectat ad Orientem per fluvium Casterigium, sive Castranichium, aut Valbonam (tria enim nomina haec idem fluvius fortitur) a regno Serviae sejungitur.“ — Vergleiche: Col e ti, Illyrici sacri tomus septimus, 262.

Next

/
Oldalképek
Tartalom