Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

VESELINOVIC, Rajko L.: Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen zu Ende des 17. Jahrhunderts. Historisch-geographische und ethnographische Abhandlung

Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen 219 Darum schreiben auch die Zeitgenossen, Arsenius III. Crnojevic sei „Patri­arch des Serbenlandes, Bulgariens, Bosniens und Albaniens“ oder nach serbischer Art „aller Metropoliten Oberhaupt“. Als solches fiel unter sei­nen Bereich auch ein Teil Albaniens, dessen Patriarch er also auch war 70). Aus den bisherigen Darlegungen erhellt, daß drei Elemente zu jener Zeit zur Verwirrung der Territorialbegriffe Montenegros und Albaniens beitrugen. Die ersten beiden Elemente sind die türkische Verwaltungs­einteilung Montenegros und die kirchlich-hierarchische Einteilung der orthodoxen Kirche im Sandschak Iskenderije (Skutari). Der Einfluß dieser beiden Elemente war stark durch die ethnische Übergangszone in den Bergen (Malessia). Das dritte Element, das in dieser Bezie­hung von bedeutendem Einfluß war, ist die Tatsache, daß das sog. Vene­zianische Albanien (Albania veneta), beziehungsweise der Golf von Kotor, an Montenegro grenzte und daß durch den Namen „Venezianisches Al­banien“ die Bezeichnung „Albanien“ sich auch auf die angrenzenden Teile Montenegros ausdehnte. Jedenfalls aus diesen Gründen wird (in der Korre­spondenz zwischen dem Generalprovisor in Dalmatien und dem Senat von Venedig während des Dezembers 1689) der orthodoxe Bischof von Cetinje als nützlicher Mann für die Unterhandlungen mit den albanischen Gebirg­lern erwähnt (É questo prelato utile a negoziati con i Popoli dei Monti dell’Albania) und daß man sich bemühen sollte, dieses Gebirgsvolk (quei Popoli dei Monti) für die Republik zu erhalten71). Auch Bonbardis Topo­graphie Ungarns, gedruckt 1718 in Wien, bestätigt, daß die Venezianer zu Albanien beide Teile Montenegros rechneten: Sowohl jenen Teil unter ihrer eigenen Verwaltung (Albania veneta) als auch jenen unter der türkischen (Mons Niger dominium est comitatus Zentae de quo infra Albaniae a Vene­tis attributus, cujus incolae partim Reipublicae, partim Tureis, quibus sese magnam An. 1712 adjunxere, parent) 72). Auf der Kirchenversammlung’ in Secuj wurde der Bischof Danilo für die Diö­zese Skenderija (Skutari) eingesetzt und dazu gehörten: „Montenegro und der Stamm Grbalj, Pastrovici, Krtoli, Lustica, die Stadt Antivari, die Städte Skutari und Dulcigno, Podgorica und Zahl jak sowie die Stämme Zeta, Kuci, Vasojevici und Bratonozici mit all ihren Städten, Dörfern und Weilern.“ — Vergleiche: Ruvarac, Montenegrina, 63, 150, 152. — M. Dragovic, Prilozi za istoriju Crne Gore po „krisovulju cetinjskom“. Letopis Matice srpske 167. Novi Sad 1891, 12. — S. Milutinovic-Sarajlija, Istorija Cerne Gore od iskoni do noviega vremena. U Beogradu 1835, 30—32. "») Dr. P. Kolendic, Andrija Zmajevic o patrijarhu Arseniju III. Glasnik Skopskog nauenog drustva II. Skoplje 1927, 291. — Veselinovic, Arsenije III, 5. — Dr. G. Skrivanic, Crkveni letopis iz XVII veka barskog nadbiskupa Andrije Zmajevica-Perastanina. Istoriski zapisi X2. Cetinje 1954, 310. 71) F. Ongania, II Montenegro da Relationi dei Proveditori veneti (1687 —1735). Roma 1896 (Documenti dall’archivio di stato in Venezia), 56—57 (Ab- gek.: Ongania, II Montenegro). "-) Michael Bonbardi, Topographia magni regni Hungáriáé sive nobilis­sime ejus ditionis quam modo Hungáriám dicimus cum annexis Dalmatiae, Croa-

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