Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
WALDSTEIN-WARTENBERG, Berthold: Die Grundherrschaft der Herren von Arco bis zu ihrer Erhebung zur Grafschaft im Jahre 1413
Berthold Waldstein-Wartenberg' 52 Wir wissen nicht, auf welche Weise die Herren von Arco sich mit ihren Lehensherren einigten; jedenfalls haben sie in der Mitte des 13. Jhd. ihre drei Mühlen weiter betrieben, ohne behindert zu werden. Zwei davon befanden sich in Torbole, eine in Arco316). Schon 1263 war die Mühle von Arco erwähnt worden, als Ulrich Pancera den Söhnen des Lorenz von Arco gestattete, neben derselben über den Fluß eine Brücke zu errichten317). Als Entgelt müssen sich diese jedoch verpflichten, an der Instandhaltung der Mühle mitzuwirken. Die Mühle lag unterhalb des Burghügels, vielleicht an derselben Stelle, wo noch heute eine Mühlanlage betrieben wird. 1272 verpachtet Ulrich Pancera die Hälfte derselben gegen einen jährlichen Zins von 114 Galeten Getreide und iy2 Schweine im Wert von 9 Pfund. Vom Getreidezins sollen 34 Galeten in Weizen geliefert werden318 *). 1287 war die Hälfte dieser Mühle, die inzwischen Adelasia als Wittum nach ihrem Gatten Ulrich Pancera erhalten hatte, von dieser neuerdings verpachtet worden, allerdings jetzt nur auf die Dauer eines Jahres. Der Pächter hatte diesmal 100 Galeten Mehl, 50 Galeten Weizen und 12 Pfund Denare in vier Raten zu entrichten318). Da es sich hierbei um eine Verpachtung nur auf die Dauer eines Jahres handelte und der Zins auch bedeutend höher als im Jahre 1272 bemessen wurde, war der Pächter vermutlich auch nicht mehr zur Instandhaltung der Mühlanlage angehalten worden. Bei der Verpachtung des Jahres 1272 war der Müller noch ausdrücklich verpflichtet worden, die Mühlsteine (mola) und die Spindel auf eigene Kosten in Gebrauch zu halten. Außer den in Arco und Torbole erwähnten Mühlen wird 1265 noch der Zins einer Mühle in Riva erwähnt, der 4 Galeten betrug320), desgleichen eine in Stenico 321). Eines der letzten Regale, das in den Besitz der Herren von Arco gelangte, war das Zollregal. Dieses königliche Recht war durch die Verleihung der Grafschaft an den Bischof von Trient gelangt, der im Laufe des 13. Jhd. einige Maut- und Zollstätten durch Pacht oder Leihe an einige seiner Großen vergab 322). Schon im Jahre 1200 hatte Ulrich von Arco von Bischof Konrad von Trient, gegen das Versprechen, denselben in seinem Kampf gegen die aufständischen Bürger von Trient zu unterstützen, die Maut von Torbole als Lehen erhalten 323). Bald jedoch gereute den Bischof seine Verleihung, die er rückgängig zu machen suchte. Es kam zu einer Fehde, in der auch die 316) Mantua, Busta 10 (1269). 31Ú Ebda. 318) Arco-Archiv Mantua, Busta 10. 318) Ebda, Busta 11. 32°) Ebda, Busta 10. 321) Staatsarchiv Trient, Capsa 57, Nr. 13. 322) Vgl. für das folgende: O. Stolz: Geschichte des Zollwesens in Tirol, 1953; dss: Das mittelalterliche Zollwesen Tirols, in: AöG., 97. Bd. 323) Mantua, Busta 9.