Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780
Rezensionen 569 marcks gesammelten Werken, Anmerkung 39 in den Origines diplomatiques. Die Angaben aus dem Londoner Record Office hat schon Engel-Janosi genau verwertet. Die Projekte I und IV des nach dem Archiv des italienischen Außenministeriums wiedergegebenen Vertragsentwurfs mit Italien (S. 149 f.) sind bei Oncken ediert. Es ist unnötig, zu betonen, daß es sich bei den schon gedruckten Stücken um die für den Gang der Ereignisse wichtigsten handelt. Verdienstvoll bleiben die zahlreichen Zitate aus den noch nicht publizierten Akten des italienischen Außenministeriums und des vatikanischen Archivs. Letztere enthalten allerdings wenig über den Gang der Ereignisse, da der Vatikan über die auf seine Kosten geplanten Aktionen naturgemäß nicht gut unterrichtet sein konnte. Zusammenfassend muß leider zur Arbeit Mikos, die flüssig geschrieben ist und durch die umfassende Suche in den Archiven neue und interessante Aspekte bietet, gesagt werden, daß gegen die hier angewandte Methode Bedenken erhoben werden müssen. Es geht nicht an, an der gesamten Literatur und den Akteneditionen vorbeizugehen und lediglich das Archivmaterial heranzuziehen. Die Vorgänger in der historischen Forschung haben ein Recht darauf, genannt und in ihren Ergebnissen gewürdigt zu werden. Bei Aktenzitaten sollen vorhandene Drucke nach Möglichkeit angegeben werden, schon um zu zeigen, ob wirklich Neues und Unpubliziertes gebracht wird. Einzelne Lücken in der Literaturkenntnis werden sich in der Neueren Geschichte nicht vermeiden lassen, es muß aber wenigstens der Versuch unternommen werden, die einschlägigen Arbeiten so vollständig wie möglich heranzuziehen. Ein anderes Verfahren ist unwissenschaftlich und vor allem der Wiener historischen Schule geradezu entgegengesetzt, die mit der Gründung des Römischen Instituts ein Beispiel für alle anderen Nationen gegeben hat. Der neuen Zeitschrift, der mit ehrlicher Kritik am besten gedient ist, wäre neben den ausgezeichneten mediävistischen Beiträgen ein glücklicherer Start in der Neueren Geschichte zu wünschen gewesen. Hans Wagner (Wien). Kurzbesprechungen. Biographisches Lexikon von Oberösterreich, herausgegeben vom Institut für Landeskunde, bearbeitet von Martha Khil, 4. Lieferung 1959. Das seit 1955 in Lieferungen erscheinende Lexikon konnte jetzt wieder durch eine 27 Biographien starke 4. Lieferung bereichert werden. Wie bereits schon früher berichtet >)» ist schon ein beträchtlicher Teil des auf 3 Bände geplanten Werkes erschienen. Es entbehrt nicht eines gewissen Reizes, feststellen zu können, daß sich unter den Biographien dieser letzterschienenen Lieferung die Biographien folgender lebender Historiker befinden, die alle gebürtige Oberösterreicher sind: Franz Loidl, Theodor Mayer und Fritz Schachermeyer. Der Hauptwert dieses Lexikons liegt zweifellos in den Personaldaten, die man sonst nur sehr mühsam eruieren ') Vgl. Rezension in Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10 (1957), S. 488.