Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780
526 Literaturberichte Ähnlich gegliedert ist der zweite Teil über den letzten Weltkrieg. Die technischen Angaben im Anschluß an die Bootsliste sind hier weit ausführlicher, ebenso der entsprechende Bilderteil. Für eine genaue statistische Untersuchung wird hier das Jahr 1942 als das erfolgreichste ausgewählt. War beim ersten Weltkrieg die Beschränkung auf 1917 im Sinne einer Fortsetzung des Admiralstabswerkes durchaus begründet, so erscheint es beim letzten Krieg weit weniger verständlich, warum nur ein Jahr der Darstellung gewürdigt wird. Als Anhang fügt Herzog die Versenkungsdaten der erfolgreichsten Feindfahrt eines Flotten-, eines UB- und eines UC-Bootes sowie eines Bootes aus dem zweiten Weltkrieg bei. Nur sehr beschränkt verwendbar ist der abschließende „allgemein gültige“ Überblick über die Literatur, da jeweils nur der Name des Verfassers (ohne Vorname) und der Titel des Werkes angegeben ist. Erscheinungsjahr und -ort, ja selbst bei Aufsätzen die Angabe der Zeitschrift, in der sie erschienen sind, fehlt völlig. In dankenswerter Weise hat sich Herzog nun auch der Forschung über die k. u. k. U-Bootswaffe zugewendet und gibt in der Marinerundschau 1959 einen knappen Überblick über die österreichisch-ungarischen Boote und deren Erfolge im ersten Weltkrieg. Walter Wagner (Wien). Kiszling Rudolf, Österreich-Ungarns Anteil am ersten Weltkrieg, Folge I der historischen Schriften des Arbeitskreises für österreichische Geschichte, Graz 1958, 96 S., 8 Kartenskizzen. Der letzte Waffengang der Donaumonarchie gewinnt im Lichte neuerer, leider verspäteter Erkenntnisse über die geschichtlichen Aufgaben Österreich-Ungarns an Beachtung und Wertung. Gemeinsam mit den Streitkräften der Bundesgenossen haben Heer und Flotte als Waffenträger eines vielsprachigen Reiches, das elf Völkerschaften umfaßte, ihre Aufgaben durch mehr als vier Kriegsjahre gegen übermächtigen Feind zu meistern verstanden. Nicht militärische Erfolge der Gegner, sondern Not und Hunger infolge der Abschnürung haben den endlichen Zusammenbruch des Donaustaates herbeigeführt. Die Geschichte des Anteils Österreich-Ungarns am ersten Weltkrieg ist in einem vielbändigen amtlichen Werk („Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914—1918“, herausgegeben vom Bundesministerium für Landesverteidigung und vom Kriegsarchiv 1932—1938, 7 Bde., 7 Beilagenbde., 1 Registerband) ausführlich dargestellt. Die nunmehrige Veröffentlichung des Arbeitskreises für österreichische Geschichte, angesichts des wachsenden Interesses für dieses Kapitel der jüngsten Vergangenheit Österreichs ein höchst verdienstvolles Unternehmen, soll im Wege einer prägnanten Kurzschilderung eine Übersicht über diese Kampfereignisse vermitteln. Der Autor, als einstiger Hauptschriftleiter des erwähnten amtlichen Werkes wie kein anderer zu dieser Arbeit berufen, hat die ihm gestellte Aufgabe trefflich gelöst. Die gemeinverständliche, klare Schilderung der Ereignisse und ihrer Beweggründe ist für eine rasche Orientierung umso geeigneter, als sie durch Skizzen unterstützt wird. Mit knappen, aber herzlichen Worten hat K. zum Schlüsse dem alten Donaureich und seiner