Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780

498 Literaturberichte Im ganzen kann das Büchlein ohne Zweifel als praktischer Behelf für jemanden angesehen werden, der eine erste Orientierung über das Archiv­wesen im allgemeinen und in Frankreich im besonderen gewinnen will. Anna C o r e t h (Wien). Übersicht über die Bestände des Deutschen Zentralarchivs Potsdam. Schriften­reihe des Deutschen Zentralarchivs Nr. 1. Rütten & Loening, Berlin 1957. 232 Seiten. 8 Tafeln. Ganzleinen. Im Titel der vorliegenden Publikation kommt nicht zum Ausdruck, daß es sich um eine Bestandsübersicht über die erste, dem ehemaligen Reichs­archiv entsprechende Abteilung im Deutschen Zentralarchiv Potsdam han­delt. Die übrigen Abteilungen (II: ehemaliges preußisches Staatsarchiv und brandenburgisches Hausarchiv, derzeit in Merseburg, III: Archivgut von außerhalb der Deutschen Demokratischen Republik, IV: zentrale Behörden in Ostdeutschland seit 1945) sind hier nicht berücksichtigt. Das Archiv in Potsdam wurde bereits 1946 geschaffen bzw. in gewissem Sinne wieder­errichtet. Die Gründung seines Gegenstückes im Westen, des Bundesarchivs in Koblenz, erfolgte hingegen erst 1952. Die von den sechs wissenschaftlichen Beamten des Zentralarchivs ver­faßte Bestandsübersicht präsentiert sich in tadelloser äußerer Aufmachung als konzentrierte Gliederung des Materials, das etwa mit der Gründung des Norddeutschen Bundes einsetzt und vom ersten Weltkrieg an zu großen Massen anschwillt. Der mengenmäßige Umfang eines Bestandes wird je­weils in (Akten-) Bänden angegeben. Faszikel oder Kartons existieren dort also nicht. Jeder selbständigen obersten Behörde entspricht ein eigener Bestand, der zumeist unter der letzten Bezeichnung des Amtes angeführt ist. Ein Außenstehender würde es ja gar nicht für möglich halten, wieviele einzelne Behörden infolge der außergewöhnlichen Zustände während und nach den Kriegen und ebenso durch die politischen Umwälzungen (1918, 1933) eingerichtet, umgewandelt und wieder aufgelöst wurden. Der Erhaltungszustand ist sehr ungleich. So fällt zum Beispiel auf, daß nur mehr ein bescheidener Teil von Gesandtschaftsarchiven existiert, die alle erst mit dem 20. Jahrhundert einsetzen, mit der einzigen Ausnahme der Botschaft in China (ab 1862). Auch von den Registraturen der Natio­nalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist im Verhältnis zu ihrem aufgeblähten Verwaltungsapparat nur sehr wenig erhalten geblieben. Unter den vielen Einzelregistraturen von Institutionen verschiedenster Art sind hier vielleicht diejenige der Deutsch-Österreichischen Arbeitsgemeinschaft oder der Organisationskomités für Olympische Winterspiele bemerkens­wert. Auch auf Bestände über industrielle Unternehmungen, Banken und Interessenvertretungen der Wirtschaft sei hingewiesen. Die früher rege gesammelten zeitgeschichtlichen Materialien sind 1949 an außerarchivische Institute übergeben worden. Aus der Einleitung erfährt der Leser auch einiges über den Forschungs­betrieb im Archiv, das von insgesamt 60 Bediensteten betreut wird. Jeder Benützer muß um die Bewilligung zur Akteneinsicht einreichen. Es stehen zwei Lesegeräte für Mikrofilme zur Verfügung und vor 10 Uhr bestellte Akten können im allgemeinen ab 13 Uhr desselben Tages bereits benützt

Next

/
Oldalképek
Tartalom